Als ehemaliges Mitglied des Auricher Kreistages und des Aufsichtsrates der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden war ich immer ein Befürworter eines Zentralklinikums als Maximalversorger in Georgsheil. Die sich im Umbruch befindende gesundheitliche Versorgung kann durch diese Klinik über die ostfriesischen Grenzen hinaus für alle hier lebenden Menschen auf ein sehr hohes Niveau gesichert werden.
Es war immer Konsens aller im Kreistag vertretenden Parteien, dass die drei jetzigen Standorte in Aurich, Emden und Norden bis zur Fertigstellung der Zentralklinik in ihrer Funktion als Krankenhaus in der Grund- und Regelleistung erhalten bleiben. Diese Auffassung ist durch eine Beschlussfassung des Kreistages festgelegt und hat entscheidend zur damaligen Meinungsfindung beigetragen. Schließlich können die örtlich niedergelassenen Haus- und Facharztpraxen unmöglich weiter belastet werden, sie sind bereits heute völlig überfrequentiert. Die Umwandlung des Norder Krankenhauses in ein RVZ zum jetzigen Zeitpunkt ist deshalb nicht nachvollziehbar. Die ärztliche Versorgung gerät zum Nachteil der hier lebenden Menschen noch weiter in Gefahr. Die Leistungen eines RVZ sind deutlich geringer als die eines Krankenhauses.
Erst nach der Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung in Georgsheil sollte in Norden eine Nachfolgeregelung etabliert werden. Entsprechende Überlegungen hierzu hat es genauso wie für die Standorte in Aurich und Emden bereits gegeben.
Die Schließung des Norder Krankenhauses ist nicht nur für die Patienten, sondern im hohen Maße auch für alle Beschäftigten ein derber Schlag. Die Bevölkerung im Altkreis Norden darf sich so etwas nicht gefallen lassen. Selbst wenn die Würfel bereits gefallen sind, ist es m.E. angebracht sich zum Protest zu erheben.
