Emden - Buchstäblich Schiffbruch hat ein Binnenfrachter am Donnerstagvormittag am Emder Südkai im Neuen Binnenhafen erlitten. Das 85 Meter lange Binnenmotorschiff „Sabine“ brach ersten Informationen zufolge nach dem Beladen von 1100 Tonnen Splitt vor dem nicht öffentlich zugänglichen Gelände der Baustoffirma Mibau glatt in der Mitte durch und sank. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich dem Vernehmen nach zuvor noch rechtzeitig von Bord retten. Das wurde später am Nachmittag von der Sprecherin des Hafenbetreibers Niedersachsen Ports (NPorts), Dörte Schmitz, auf Basis von Informationen der niedersächsischen Hafenbehörde bestätigt.
Glatt in der Mitte durchgebrochen: das Binnenmotorschiff „Sabine“ vor dem Gelände der Baustofffirma Mibau am Südkai in Emden.
Hafenbehörde
In der Mitte durchgebrochen und gesunken: das Binnenmotorschiff „Sabine“ vor dem Gelände der Baustofffirma Mibau am Südkai in Emden.
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Hier ragt das Heck noch heraus, kurze Zeit später versank es.
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Einsatz auf dem Gelände der Baustofffirma Mibau am Südkai in Emden.
Gaby Wolf
Einsatz auf dem nicht öffentlich zugänglichen Gelände der Baustofffirma Mibau am Südkai in Emden: Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und Rettungsdienst waren vor Ort.
Gaby Wolf
Blick vom Straßenrand zum nicht öffentlich zugänglichen Gelände der Baustofffirma Mibau am Südkai in Emden: Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und Rettungsdienst waren vor Ort.
Gaby Wolf
Gezoomter Blick vom „Shipspotting“-Punkt am Ende der Narvikstraße: Einsatz auf dem Gelände der Baustofffirma Mibau am Südkai in Emden.
Gaby Wolf
Blick aus Richtung Nordkai auf die Einsatzstelle.
HafenbehördeDer Vorfall ereignete sich demnach gegen 11.30 Uhr und löste einen Großeinsatz von Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und Rettungsdienst aus. Laut Schilderungen von Augenzeugen des Einsatzes hatten Bug und Heck des Schiffes zunächst noch aus dem Wasser geragt, fingen aber schnell an zu sinken. Gegen 12.20 Uhr war das Heck bereits komplett unter der Wasseroberfläche verschwunden.
Sprung von Bord
Der Kapitän der „Sabine“ soll sich mit einem Sprung von Bord in Sicherheit gebracht haben und dann von einem Boot aufgenommen worden sein. Wie sein Matrose von Bord kam, war zunächst nicht bekannt. Beide Männer sollen so weit unverletzt geblieben sein, erlitten aber vermutlich einen Schock.
Zum Schutz der Umwelt wurden von der Feuerwehr Ölsperren gegen auslaufende Betriebsstoffe ausgelegt. Ansonsten konnte augenscheinlich nicht viel ausgerichtet werden, um die beiden Schiffshälften vor dem kompletten Versinken zu bewahren. Immerhin, so vermeldete Schmitz: „Kurz nach dem Unfall war noch keine Gewässerverunreinigung zu beobachten.“
Zur Unglücksursache kursierte am Vormittag zwar schnell die Vermutung, dass das Schiff falsch beladen worden sein könnte. Das wurde bisher aber nicht bestätigt. „Die genaue Ursache ist noch unbekannt“, teilte NPorts-Sprecherin Schmitz mit. Das gilt auch für die Schadenshöhe.
Der massive Blaulicht-Einsatz blieb auch bei Urlaubern nicht unbemerkt. Vom „Shipspotting“-Punkt am Ende der Narvikstraße/Willi-Zander-Straße verfolgten einige Auswärtige das Spektakel, rätselnd, was da wohl passiert sei. Viel zu erkennen gab es aufgrund der großen Entfernung allerdings nicht.
