Emden - In Emden scheint sich die Zahl der Erstklässler nach deutlichen Sprüngen in den beiden Vorjahren momentan im Bereich 500plus einzupendeln. Nach den Angaben der Stadt sind derzeit 525 Mädchen und Jungen für die erste Klasse an einer der zehn städtischen Grundschulen angemeldet (2022: 539, 2021: 507). „Das sind rund 100 mehr als im Jahr 2015“, sagte der zuständige Fachdienstleiter Michael Groeneveld jetzt im Schulausschuss. Damals verzeichnete die Stadt 429 Erstklässler. 2013, also vor genau zehn Jahren, waren es laut unserem Redaktionsarchiv 439. „Wir haben jetzt also deutlich mehr Grundschüler in Emden“, bekräftigte Groeneveld.
Enger zusammenrücken muss nach den aktuellen Anmeldezahlen die Grundschule am Wall, die laut Groeneveld eigentlich zweizügig (zwei Parallelklassen) geplant war, aber wohl – wie zuvor schon häufiger – drei erste Klassen bilden muss. Bei der Grundschule Cirksena gebe es dagegen eine leichte Entspannung. „Da haben wir in den Vorjahren eine Vierzügigkeit gehabt, zum Glück sind hier die Anmeldungen leicht zurückgegangen, so dass wir diesmal bei der geplanten Dreizügigkeit liegen.“
Raumbedarf in Borssum
Erfreulich sei auch die Entwicklung der Grundschule Wolthusen, die aufgrund der besseren Anmeldezahlen nach zweizügiger Durststrecke ab Sommer wieder drei erste Klassen bilden könne. Ungebrochen auf hohem Niveau bewegen sich dagegen die Anmeldezahlen an der Westerburgschule – und zeigen damit ein weiteres Mal die Dringlichkeit einer räumlichen Erweiterung: Die Borssumer Grundschule hat nach den großen Ferien schon wieder vier Parallelklassen mit Schulanfängern am Start. Larrelt wiederum hat nach dem Ausreißer nach oben mit drei ersten Klassen jetzt wieder zwei.
Hier die kompletten Zahlen für die Grundschulen der Stadt Emden (Stand: 14. Juni 2023), geordnet nach den meisten Anmeldungen:
Grüner Weg: 87 Erstklässler/vier Klassen
Westerburg: 83 Erstklässler/vier Klassen
Am Wall: 66 Erstklässler/drei Klassen
Cirksena: 65 Erstklässler/drei Klassen
Wolthusen: 60 Erstklässler/drei Klassen
Früchteburg: 53 Erstklässler/drei Klassen
Larrelt: 35 Erstklässler/zwei Klassen
Constantia: 29 Erstklässler/zwei Klassen
Wybelsum: 28 Erstklässler/zwei Klassen
Petkum/Widdelswehr: 19 Erstklässler/eine Klasse
Zu den 525 Erstklässlern der zehn städtischen Grundschulen kommen aber noch ein paar weitere hinzu. Denn auch an der Freien Schule Emden für ganzheitliches Lernen, die nach dem Sommer in ihr zweites Betriebsjahr geht, gibt es Schulanfänger. Nach Angaben von Initiatorin Dr. Katharina Lühring gegenüber unserer Zeitung starten im August zwölf Erstklässler in Lerngruppe 1 und darüber hinaus vier Kinder in Lerngruppe 2 und 3.
525 plus zwölf
Womit die insgesamt gestiegene Zahl der Schulanfänger in Emden zusammenhängt, war am Mittwochabend (noch) nicht Thema im Ausschuss. Im Vorjahr allerdings wurde – und das niedersachsenweit – ein Zusammenhang mit dem Anstieg der Geburtenrate seit 2014, mit Sondereffekten durch vermehrte Einschulung von sogenannten Kann-Kindern (nach einem corona-bedingten zusätzlichen Jahr im Kindergarten) und mit der gestiegenen Zahl Flüchtlingskinder (durch den Ukraine-Krieg) gesehen.
