Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

„Ems“ liegt auf dem Trockenen Zum 90. gibt es für die alte Emder Dame eine Frischzellenkur

Für ihn ist die „Ems“ ein Herzensprojekt: Kapitän, Reeder und „Ems“-Liebhaber Manfred Lauterjung engagiert sich seit Jahren für die Instandhaltung des 1934 auf der Papenburger Meyer Werft gebauten Schiffs.

Für ihn ist die „Ems“ ein Herzensprojekt: Kapitän, Reeder und „Ems“-Liebhaber Manfred Lauterjung engagiert sich seit Jahren für die Instandhaltung des 1934 auf der Papenburger Meyer Werft gebauten Schiffs.

Elisabeth Ahrends

Emden - 90 Jahre, das ist schon ein stolzes Alter – auch für das Ausflugsschiff „Ems“. „Für so ein Alter sieht’s doch gut aus“, findet Harry Juilfs, der dem Schiff in den kommenden Tagen ein neues TÜV-Siegel verpassen soll. Das heißt im Fachjargon allerdings nicht TÜV, sondern nennt sich Klassifikation. Und die muss alle fünf Jahre erneuert werden, weshalb bei der „Ems“ die Zeit drängt. Denn Ende des Monats läuft die bisherige Klassifikation aus. Und zum 90. – diesen runden Geburtstag feiert das Schiff im Juni – soll schließlich alles in Schuss sein.

Planungen in Verzug

Dabei sollten eigentlich längst alle Arbeiten erledigt sein, das Schiff wollte längst wieder Gäste an Bord nehmen. Doch einmal mehr machte die marode Eisenbahnbrücke diesem Plan einen Strich durch die Rechnung, wie Manfred Lauterjung, Reeder, Kapitän und Vorsitzender des Vereins „Traditionsschiff Ems“ sagte. „Die Brücke sollte von Ende Januar bis Ende März überholt werden“, wurde ihm gesagt. Aus nicht bekannten Gründen sei die Reparatur jedoch nicht durchgeführt worden, die Crew der „Ems“ hatte vergeblich im Binnenhafen ausgeharrt. Auf Nachfrage bei der Bahn erfuhr Lauterjung schließlich, dass es aktuell möglich sei, die Brücke zu passieren.

Seit Montag im Dock

Und so machte sich am Montagmorgen um 7 Uhr eine siebenköpfige Crew auf den Weg, um das alte Schiff in die Werft von EWD, Emder Werft und Dock GmbH, zu bringen. Dort nahmen Projektingenieurin Milda Varnaite und ihr Team das 430 PS-starke, mit allerlei Muscheln und Algen bewachsene Schiff in Empfang. Nachdem der alte Belag mit Hochdruckreinigern abgewaschen ist, erfolgt nun die genaue Untersuchung – der Propeller und Ruder müssen kontrolliert werden, es wird gemessen, ob der Stahl noch dick genug ist und die sogenannten Opfer-Anoden, die als Korrosionsschutz dienen, sollen ausgetauscht werden. Anschließend muss auch die Berufsgenossenschaft noch einmal kontrollieren, ob an Deck alles in Ordnung ist, ehe das Schiff im April zu seiner ersten Ausfahrt auf der Ems aufbrechen kann.

Ein paar Tage muss die alte Dame allerdings noch auf dem Trockendock ausharren. Voraussichtlich am Donnerstag soll sie die Werft verlassen, weiter will Lauterjung den Aufenthalt auf keinen Fall in die Länge ziehen. Denn jeder Tag im Dock kostet den Verein Geld. „In der Vergangenheit haben die Aufenthalte zwischen 25.000 und 40.000 Euro gekostet“, berichtete er. Wie viel es dieses Mal werden wird, dazu konnte er keine Angaben machen. Doch am Ende zählt jeder Euro, schließlich finanziert der Verein die Sanierung ausschließlich aus Spenden, den Einnahmen der Ausflugsfahrten und den Beiträgen seiner zehn Mitglieder.

Ein Herzensprojekt

Für Lauterjung aber handelt es sich bei der „Ems“ um ein Herzensprojekt, schließlich hat er sich bereits in den 1970er-Jahren in das Schiff verliebt. Damals hat er das Schiff Tag für Tag auf dem Weg zur Arbeit gesehen, und „mit seinem besonderen Aussehen hat es eine tiefe Sympathie in mir ausgelöst“. Vielleicht auch deshalb steuert er, obwohl selbst seit Jahren im Ruhestand, nach wie vor die Ems auf ihren knapp 50 Fahrten pro Jahr. Ein bisschen Unterstützung dabei könnte er allerdings gut gebrauchen, wie er sagt. Denn wenn im Dock in dieser Woche alles glattläuft, dann hat die alte Dame noch lange nicht ausgedient.

Elisabeth Ahrends
Elisabeth Ahrends Emder Zeitung (Leitung)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Feilen am Plan für die neue Saison: Sebastian Schachten (rechts) und Fuat Kilic

WIE GEHT ES BEIM VFB OLDENBURG WEITER? Das sagt Sportleiter Schachten zu Abgängen und Kaderplan

Lars Blancke
Oldenburg
Wird als erste Zeugin im Untersuchungsausschuss angehört: Finanz-Staatssekretärin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne)

SITZUNG MEHRFACH UNTERBROCHEN Untersuchung zur Beförderung in Weils Staatskanzlei beginnt mit Eklat

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Meinung
Am 3. Mai ist Tag der Pressefreiheit.

TAG DER PRESSEFREIHEIT Vom Glück, in einem freien Land zu leben

Ulrich Schönborn
Oldenburg
Auf Borkum wurden Ende April rund 20 Säcke mit bislang unbekanntem Inhalt angeschwemmt.

WAS WURDE ANGESCHWEMMT? Borkumer Drogenfund bleibt ein Rätsel

Axel Pries
Borkum
Symbolbild

UNFALL IN OLDENBURG Angetrunkener Radfahrer von Auto erfasst – schwer verletzt

Oldenburg