Emden - Erneut peinliche Panne an der offensichtlich weiterhin sehr anfälligen Eisenbahnklappbrücke über den Alten Binnenhafen: Ein mit rund 80 Passagieren besetztes Flusskreuzfahrtschiff musste am vergangenen Samstag die geplante Einfahrt in den Falderndelft kurzfristig abbrechen, weil sich die Brücke bei Minusgraden wieder einmal nicht öffnen ließ. Die „MS Thurgau Saxonia“ drehte bei und machte schließlich im Außenhafen gegenüber den VW-Verladekais fest. Besonders pikant: Die Reederei Thurgau Travel war mit der 82 Meter langen „Thurgau Saxonia“ erstmals nach Emden gekommen, um sich den Alten Binnenhafen für künftige, möglicherweise regelmäßige Anläufe anzusehen.
„Die Klappbrücke ist inzwischen geschäftsschädigend“, sagte Emden Oberbürgermeister Tim Kruithoff, der die Geschichte aus erster Hand den Mitgliedern des Ratsausschusses für Wirtschaft, Hafen, Tourismus und Digitales berichtete. Kruithoff wollte die Passagiere eigentlich nur herzlich an Bord begrüßen, um Werbung für seine Stadt zu machen. Dann aber wurde er unfreiwillig zum Krisenmanager. Zusammen mit seinen Mitarbeitern organisierte er für die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes kurzfristig einen Bustransfer in die Innenstadt, schließlich lief die Flusskreuzfahrt unter dem Motto „Zu den schönsten Weihnachtsmärkten im Nordwesten“. Es ist bereits das zweite Mal, dass das Einlaufen eines Flusskreuzfahrtschiffes in Emden an der Eisenbahnbrücke scheitert.
Kruithoff ist allerdings davon überzeugt, dass die Panne bei den Passagieren keine nachhaltig negativen Spuren hinterlassen hat. Zum einen, weil das gute Wetter einen besonders schönen und interessanten Blick auf die Autoverladung möglich gemacht hatte – dort lagen gleich zwei Autocarrier. Zum anderen habe der Bustransfer sehr gut funktioniert. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass etwas passieren muss mit der Eisenbahnklappbrücke. Der OB: „Das ist hochgradig ärgerlich.“ Denn die Stadt will den Flusskreuzfahrt-Tourismus weiter ausbauen und noch mehr Schiffe nach Emden holen. Dafür soll in Höhe der Martin-Faber-Straße auch eine Landstromversorgung aufgebaut werden.
