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Stadtplanung Stadt will Emsschule für 5,5 Millionen Euro anmieten

Emden - Die Stadt will die inzwischen nahezu grundsanierte Emsschule für rund 5,5 Millionen Euro anmieten, um dort in der ersten Etage zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen für insgesamt bis zu 52 Kinder und im Keller eine Küche und einen Bewegungsraum einzurichten. Die errechnete Miete ist zunächst auf 25 Jahre ausgelegt. Das sieht ein „Mietangebot“ an den Eigentümer des Gebäudes, der Emsmauer-Quartier UG & Co KG vor, das am Mittwoch dem Jugendhilfeausschuss des Rates vorgestellt worden ist. Danach beträgt der errechnete Mietzins für den einzelnen Quadratmeter 17,85 Euro. Die Gesamtfläche wird mit 1026 Quadratmeter angegeben. Dem Vorschlag wurde im Ausschuss ohne weitere Diskussion zugestimmt. Stimmen nun auch noch der Verwaltungsausschuss und letztlich der Rat zu, soll die räumliche Nutzung im Detail erarbeitet werden.

Stadt hinkt hinterher

„Die Emsschule ist Teil unserer Ausbauplanung“, sagte Jörg Christians, Fachdienstleiter Kinder und Familie vor dem Ausschuss. Gerade in der Innenstadt bestünde ein weiterer Bedarf an Krippen- und Kitaplätzen. Zudem hinkt die Stadt noch immer hinter dem Bedarfsplan hinterher. 80 bis 100 Kleinkinder sind derzeit noch unversorgt. Und Stadtrat Volker Grendel ergänzte, dass die zusätzlichen Plätze unter anderem zur Gewinnung von Fachkräften für die Stadtverwaltung dienen könnten, wenn Teile des Angebots als eine Art Betriebskindergarten genutzt werden. Zudem sieht er in der Anmietung der Emsschule, die in den vergangenen Jahren wegen ihrer Bausubstanz und wegen gefundener Schadstoffe, aber auch wegen der Probleme mit dem Denkmalschutz für etliche Schwierigkeiten gesorgt hat, eine letzte Chance.

Keine goldene Nase

Die Millionen-Miete rechtfertigte die Stadt damit, dass der Bau einer neuen Kita durch die Stadt letztlich teurer kommen würde. Das würden der laufende Neubau in Barenburg und die erst kürzlich fertiggestellte Einrichtung in Harsweg belegen. Die aktuellen Rahmenbedingungen weisen einen Investitionsbedarf von 900.000 bis zu einer Million Euro je Betreuungsgruppe auf. In der Emsschule liege man darunter, so Grendel. Den Verdacht, der Vermieter würde sich womöglich auf lange Sicht eine „goldene Nase“ verdienen, wies Stadtrat Grendel gegenüber dieser Redaktion vehement zurück. Der Investor könnte das Projekt auch nur wirtschaftlich realisieren, wenn er im Gebäude zusätzlich noch Büros einrichtet. Nur eine solche Mischfinanzierung, die auch Steuervorteile wegen des Denkmalschutzes beinhaltet, mache für den Investor letztlich Sinn.

Keine zweite Chance

Auf die zurückliegenden Probleme bei der Sanierung und auf die zuletzt ganz unterschiedlichen Nutzungspläne für die ehemalige Emsschule - unter anderem waren das Stadtarchiv und hochwertige Innenstadtwohnungen im Gespräch - wies auch noch einmal der verantwortliche Planer Arne Wollers hin, Geschäftsführer der Emder Projektierungs mbH. Der Architekt erläuterte den großen Sanierungsaufwand, aber auch die Schwierigkeiten, unter den Vorgaben des Denkmalschutzes die vorgeschriebenen Raumgrößen für Krippen und Kitas einzuhalten. Aus Sicht von Grendel ist die Anmietung der Emsschule wohl „die letzte Chance“, in der Innenstadt notwendige Krippen- und Kitaplätze zu schaffen. Es gebe leider keine zweite Chance und man habe auch nicht mehr viel Zeit. Nach Einschätzung von Fachdienstleiter Christians könnte mit dem Innenausbau recht kurzfristig begonnen werden.

Jens Voitel
Jens Voitel Emder Zeitung
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