Emden - Das Rätsel um die massive Verstopfung der Hauptabwasserleitung in der Hamhuser Straße ist offenbar gelöst. Bei der Suche nach dem Verursacher sind Mitarbeiter des Bau- und Entsorgungsbetriebes Emden (BEE) sowie der an den Tiefbauarbeiten beteiligten Arbeitsgemeinschaft jetzt auf den Auslöser für das Problem gestoßen: Bei der Verfüllung eines alten Abwasserrohres haben sich offenbar etwa 0,3 Kubikmeter des eingesetzten Dämmstoffes unbemerkt verflüssigt und sind ins gerade neu verlegte und sanierte Kanalnetz gelangt. Anschließend verfestigte sich der Stoff auf einer Länge von gut 50 Metern so stark, dass er zunächst nur noch mit einem Spezialgerät herausgefräst, später sogar nur noch mit einem extrem harten Wasserstrahl aus den zu 80 Prozent verstopften Rohren herausgelöst werden konnte. Über vier Wochen dauerten die Arbeiten an. Schaden: voraussichtlich über 50 000 Euro.
Verfahren schlägt fehl
Nach Angaben der Stadt wird die Firma, die für die Arbeiten an dem betroffenen Rohr zuständig war, den Schaden komplett übernehmen und hat auch die volle Verantwortung übernommen. Gleichzeitig vermeidet die Stadt aber, von einem fahrlässigen Fehler der Bauarbeiter zu sprechen. Vielmehr geht man davon aus, dass sich der zunächst flüssige und später betonharte Dämmstoff durch das Öffnen eines Verschlusses in 3,5 Meter Tiefe, der von oben nicht sichtbar ist, unbemerkt selbstständig gemacht hat. Der Dämmstoff sollte ursprünglich ein altes, künftig nicht mehr benötigtes Abwasserrohr ausfüllen, damit es später nicht marodiert und zusammenbrechen kann. Das hätte womöglich zu Versackungen der Straße oder des Fußweges geführt. Eine offenbar gängige Verfahrensweise, die in diesem Fall nun aber zu einem riesigen Schaden geführt hat.
Anzeige zurückgenommen
Vier lange Wochen hat die Verstopfung der wichtigen Abwasserleitung vor der Herrentor-Schule den BEE und zwei Spezialfirmen beschäftigt. Parallel zu den ungewöhnlich mühsamen Sanierungsarbeiten wurde nach dem Verursacher gesucht. Doch trotz intensiver Recherchen wurden zunächst keinerlei Spuren gefunden, die auf ein mutwilliges oder auch nur fahrlässiges Einleiten des bis dahin unbekannten Materials schließen ließen. Auch eine Anzeige bei der Polizei wurde erstattet. Die ist inzwischen zurückgezogen worden.
„Ich bin froh, dass wir die Ursache doch noch gefunden haben. Damit ist der Fall für mich jetzt abgeschlossen“, sagte der zuständige BEE-Abteilungsleiter Torsten Holtz gegenüber dieser Redaktion. Jetzt werde es nur noch eine kleine Baugrube vor Ort geben, um ein technisches Bauteil auszutauschen. Das war’s dann, sagte der BEE-Experte.
