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Fährfahrt einer Emder-Delegation Keine Konkurrenz zwischen Kristiansand und der anderen Partnerstadt Haugesund

Das war 2011: Unterschrift unter ein Protokoll über gemeinsame Aktivitäten zwischen den Partnerstädten Haugesund und Emden. Haugesunds damaliger Bürgermeister Petter Steen (links) und Emdens langjähriger OB Alwin Brinkmann.

Das war 2011: Unterschrift unter ein Protokoll über gemeinsame Aktivitäten zwischen den Partnerstädten Haugesund und Emden. Haugesunds damaliger Bürgermeister Petter Steen (links) und Emdens langjähriger OB Alwin Brinkmann.

Archiv

Emden - Verbindungen zu Norwegen haben die Emder schon etwas länger. Über den Fischfang gibt es diese Anknüpfungspunkte seit Jahrhunderten. Mit der norwegischen Erdgasanlandung auf dem Rysumer Nacken in den 1970er Jahren wurden die Bande fester. Mit dem norwegischen Energiekonzern Statoil, der hier seine Deutschlandzentrale hatte, noch enger, und 2009 mündete das alles in eine Partnerschaft mit dem norwegischen Haugesund. Sie ist eine von nur zwei Emder Partnerstädten – andere Gemeinden haben da erheblich mehr aufzuweisen. Eigentlich ist derzeit nur Haugesund wirklich Emdens Partnerstadt, denn seit dem Krieg in der Ukraine ruht die Partnerschaft mit dem russischen Archangelsk.

Kein Austausch

Mit der temporären Fährverbindung von Emden nach Kristiansand, die eigentlich im niederländischen Eemshaven beheimatet ist, haben Vertreter aus dem Rat und der Emder Stadtverwaltung Kontakte zu Kristiansand vertieft. In diesem Monat reiste mit der neuen Fährlinie aus Emden eine 21-köpfige Emder Delegation für wenige Stunden nach Kristiansand. Ein Treffen mit Vertretern der norwegischen Stadt stand auf dem Programm. Ein Austausch mit Ratsmitgliedern fand nicht statt. „Dazu reichte die Zeit nicht“, teilte Theda Eilers von der Pressestelle der Stadt Emden auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Haben die neue Fährverbindung zwischen Emden und Norwegen einmal selbst ausprobiert: 21 Vertreterinnen und Vertreter von Rat und Verwaltung zu Gast bei Vertretern von Stadt und Tourismus in Kristiansand.

NACH UMSTRITTENER NORWEGENFAHRT Emden und Kristiansand wollen stärker zusammenarbeiten

Emden

Die Frage, ob der Besuch in Kristiansand Auswirkungen auf das Verhältnis zur Partnerstadt Haugesund habe, beantwortete Eilers im Antwortschreiben der Stadt: „Der Besuch in Kristiansand steht nicht im Zusammenhang mit unserer langjährigen Partnerschaft mit Haugesund. Anfang Juni hat der Oberbürgermeister für April 2024 eine Einladung an Bürgermeister Arne-Christian Mohn (Haugesund) ausgesprochen.“ Schwerpunkte sollen dabei das Energiecluster, der Hafen und die berufliche Bildung sein.

In Kristiansand standen vor allem Tourismus und Kreuzfahrten im Mittelpunkt sowie ein Austausch zum Thema Innenstadtgestaltung und Verkehrsführung.

Könnte auch von Gästen der Fähre Kristiansand-Emden, die am Montag ankommen, besucht werden: das Otto-Huus. Die meisten anderen Museen in Deutschland haben am Montag Ruhetag.

NACH DER RATSFAHRT NACH KRISTIANSAND Emder sollen sich auf skandinavische Touristen vorbereiten

Ute Lipperheide
Emden

Nachdem eine erste Delegation aus der Region Setesdal Emden vor einigen Wochen besucht hatte und nun die Emder nach Kristiansand fuhren, soll ein Gegenbesuch folgen. „Wir haben unsere Gastgeber in Kristiansand herzlich zu einem Gegenbesuch eingeladen und hoffen, dass sie die Gelegenheit nutzen werden“, schreibt Eilers. Im September finden in Norwegen Kommunalwahlen statt. Nach diesen Wahlen will Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) eine schriftliche Einladung aussprechen.

Autoarme Innenstadt: Das ist nicht nur in Emden auf der Neutorstraße ein Thema, sondern auch in Kristiansand, stellten die Emder Ratsvertreter während ihrer Fährreise nach Norwegen fest.

FÄHRFAHRT EINER EMDER-DELEGATION NACH KRISTIANSAND Ideen zur Stadtentwicklung aus Norwegen

Ute Lipperheide
Emden

Die Emder wurden bei ihrem Besuch von Erik Ros­toft, dem stellvertretenden Bürgermeister von Kristiansand, Geir Haugum, dem Wirtschafts- und Tourismusrepräsentanten der Region, Hege Nevestad, Tourismusmanagerin von „Visit Sørlandet“ und Ida Grødum, ebenfalls Vertreterin von „Visit Sørlandet“, begleitet. In einem Austausch ging es vornehmlich um die Themen Tourismus und Stadtentwicklung.

Fährverbindung stärken

Die Emder haben bislang keine weitere Fahrt nach Kristiansand geplant. Die Fährtour mit wenigen Stunden Aufenthalt in Kristiansand ist also vorerst ein Einzelbesuch, der aber vor allem auch darauf abzielte, die Fährverbindung zwischen Emden und Kristiansand, die seit dem 1. Juni besteht, zu stärken. Die Emder wünschen sich einen weiteren Ausbau und hoffen auf Verlängerung. Ob die Reederei Holland Norway Lines jedoch an Emden festhält, auch wenn das Terminal in Eemshaven wieder genutzt werden kann, ist ungewiss. Nach nur wenigen Wochen gab diese Reederei in diesem Jahr ihren Ausweichanleger in Cuxhaven auf.

Ute Lipperheide
Ute Lipperheide Emder Zeitung
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