Emden - Das Vorhaben, das Restaurant und Café „Strandlust“ an der Knock nicht nur in den Sommermonaten, sondern mit neuem Küchenchef und neuem Konzept ganzjährig zu betreiben, ist offensichtlich – zumindest vorerst – gescheitert. Die AG Ems als Betreiber des beliebten Ausflugsziels im Rysumer Nacken stellt den Betrieb des Lokals zum 30. Oktober „bis auf Weiteres“ ein. Entsprechende Informationen dieser Redaktion bestätigte jetzt der Leiter des Gastronomie-Betriebs bei der AG Ems, Oliver Klaassen. Küchenchef Volker Lange, viele Jahre im Klub zum guten Endzweck tätig und erst im Juni 2022 zur AG Ems gewechselt, arbeitet bereits in den Hotels der Reederei auf Borkum. Was aus der „Strandlust“ mittel- oder gar langfristig wird, soll erst im kommenden Frühjahr entschieden werden, so Klaassen.
Aktivitäten auf Borkum
Als ein Grund für die Entscheidung gegen die „Strandlust“ nannte Klaassen den Fachkräftemangel. Die AG Ems sei derzeit gezwungen, ihre gastronomischen Aktivitäten auf der Insel Borkum zu konzentrieren – gerade jetzt in den Wintermonaten, in denen viele andere Restaurants geschlossen hätten. Dort müsse vor allem der Betrieb der unternehmenseigenen Hotels gesichert werden. „Wir wollen auf der Insel weiter gut aufgestellt sein.“ Deshalb sei Chefkoch und „Strandlust“-Betriebsleiter Lange auch bereits auf der Insel tätig. Die AG Ems will die vorliegenden Buchung für die „Strandlust“, in erster Linie Reservierungen für Gesellschaften, nach Möglichkeit aber noch abarbeiten. Neue Reservierungswünsche würden aber schon nicht mehr angenommen. Ob es überhaupt eine weitere Saison in der „Strandlust“ geben wird, ließ Klaassen ausdrücklich offen: „Wir wissen es im Moment nicht.“
Schwieriger Standort
Der Standort an der Knock ist zwar aufgrund der Aussicht auf die Ems ein sehr schöner, betriebswirtschaftlich aber auch kein einfacher, wie Oliver Klaassen bestätigte. In den vergangenen Jahren wurden das Restaurant und seine Außenplätze vor allem von Ausflüglern und Touristen genutzt, die den Weg an die relativ abgelegene Knock fanden. In den Wintermonaten fielen die Gäste größtenteils weg, die Öffnungszeiten waren entsprechend ausgerichtet. Dennoch hatte die AG Ems im vergangenen Jahr den Versuch einer ganzjährigen Bewirtschaftung in Angriff genommen, nicht zuletzt, weil Volker Lange seine Erfahrungen aus dem Betrieb des Klubs zum guten Endzweck einbringen konnte. Er wollte unter anderem auch auf traditionelle Gerichte setzen und damit unterschiedliche Gesellschaften anlocken. „Die Saison 2022 ist auch gut angelaufen“, räumte Gastro-Leiter Klaassen ein. Aufgrund der Personalsituation in den AG Ems-Hotels könne man das Konzept der „Strandlust“ nun aber nicht mehr weiter fortentwickeln.
