Emden - Liegt es an den herausfordernden Zeiten, die die Menschen lieber gemeinsam statt alleine meistern wollen? Oder doch an der sommerlichen Witterung am Dienstagabend? Oder ist der Wunsch nach Vernetzung in Emden einfach so groß? Warum in diesem Jahr erstmal seit Langem wieder annähernd 400 Gäste zur Emder Börse – die 23. Auflage wohlgemerkt – kamen, lässt sich wohl nicht abschließend klären. Fakt ist aber, dass die Traditionsveranstaltung, die einst von der Emder Kaufmannschaft aus der Taufe gehoben worden war, nach 2022 mit gerade einmal 180 Besuchern in diesem Jahr erstmals seit der Pandemie wieder an alte Zeiten anknüpfen konnte. Und das lag wohl auch an den vielen neuen und jungen Gesichtern.
Viele Jungunternehmer
„Wir haben viele Gründer hier“, sagte Martje Merten, die seit Juli den Posten der Wirtschaftsförderin in Emden innehat, im Gespräch. Im Vorfeld hatten sich rund 330 Gäste bei ihr und ihrem Team als Organisatoren angemeldet. Am Ende waren es aber noch einmal deutlich mehr, die von Merten in ihrer kurzen Ansprache aufgefordert wurden, sich am Ist-Zustand zu orientieren und nicht in der Vergangenheit verhaftet zu bleiben. „Wir brauchen Sie als Unternehmerinnen und Unternehmer, denn Wirtschaftsförderung ist eine Team-Aufgabe“, sagte sie.
Plattform für Austausch
Neu waren aber nicht nur die Jungunternehmer, die bei der 23. Emder Börse ihre Premiere feierten. Neu war auch der zwanglose Aufbau der Veranstaltung, die statt mit einem Buffet mit Matjesbrötchen, Currywurst und Pommes aufwartete – und das in diesem Jahr erstmals bei der Firma ASK Kloska, einem Systemlieferanten für Schifffahrt, Werften, Industrie sowie Handwerk und Baugewerbe.
Sie bot den Unternehmern die passende Plattform in ihrer Halle an der Württemberger Straße und dem Firmengelände, um in den Austausch zu kommen.
Brückenstrompreis, Entbürokratisierung und die Chancen und Zukunftsaussichten für den Wirtschaftsstandort Emden dürften dabei nur einige der Themen gewesen sein, die an diesem Abend zur Sprache kamen – und natürlich die Spitze von Kaufmannschaftschef Dr. Claas Brons. Der war in Mertens erster Rede in neuer Funktion vor Hunderten von Gästen fälschlicherweise mit dem Vornamen seines Bruders Bernhard angesprochen worden und konnte sich eine abschließende Retourkutsche nicht verkneifen, in dem er sich noch einmal ausdrücklich bei Marianne Merten bedankte.
