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Wissenschaft ganz nah Christian Wulff spricht in Emden über Stresstest für die Demokratie

Bundespräsident a.D. Christian Wulff spricht bei den Emder Forschungstagen zum Thema „Deutschland im 21. Jahrhundert –Stresstest für die Demokratie“.Er ist einer von insgesamt sechs Referenten.

Bundespräsident a.D. Christian Wulff spricht bei den Emder Forschungstagen zum Thema „Deutschland im 21. Jahrhundert –Stresstest für die Demokratie“.Er ist einer von insgesamt sechs Referenten.

dpa

Emden - Spannende Themen aus Gesellschaft und Wissenschaft halten die neuen Emder Forschungstage bereit. Für diese Veranstaltungsreihe, die das Emder Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG) seit 2015 nahezu jährlich anbietet, kommen wieder hochkarätige Referenten in die Seehafenstadt, darunter Deutschlands jüngster Bundespräsident a.D. und ehemaliger niedersächsischer Ministerpräsident, Christian Wulff.

Die Forschungstage stehen unter dem Motto „Forum eines Perspektivwechsels“. Sie finden zwischen Oktober und Februar statt, greifen Themen wie Demokratie auf, entführen in eisige Regionen, tauchen in die ostfriesische Geschichte ein, fragen nach der Vermittlung von Kunst, geben Einblicke in mathematische Erkenntnisse und erläutern, warum der Mensch spielt. Bis auf eine Ausnahme finden alle Vorträge im Forum des JAG statt, das rund 200 Zuhörern Platz bietet. Die Tickets gibt es seit Dienstagabend kostenlos und ausschließlich digital über die Internetseite des JAG (Forschungstage).

Stresstest für die Demokratie

Christian Wulff war von 2010 bis 2012 der zehnte Bundespräsident. Im Zuge der Wulff-Affäre trat er von seinem Amt zurück, ist mittlerweile aber von allen Vorwürfen vollständig rehabilitiert, engagiert sich weiterhin gesellschaftlich und ist im Auftrag der Bundesregierung auch wieder als Vertreter Deutschlands aktiv. Der 64-Jährige eröffnet die hochkarätige Vortragsreihe mit einem Blick auf die Standfestigkeit der deutschen Demokratie angesichts ihrer gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen. Wulff hält seinen Vortrag (Titel: „Deutschland im 21. Jahrhundert – Stresstest für die Demokratie“) am 10. Oktober in der Johannes a Lasco Bibliothek. 400 Zuschauer können dabei sein.

Eisige Temperaturen

In eine schwindende Welt eisiger Temperaturen entführt am 13. November Dr. Stefanie Arndt. Die Meeresphysikerin vom Alfred-Wegner-Institut ist von Schnee und Meereis fasziniert, hat viele Erfahrungen auf vielen Expeditionen in Arktis und Antarktis gesammelt. In Emden berichtet sie aus ihrer Forschungstätigkeit und unterstützt ihren Vortrag mit bewegten Bildern, betonte Dr. Jan Löhdefink vom JAG bei der Vorstellung des Programms. Inhaltlich in den Fokus steht dabei das Abschmelzen der Polkappen und die Folgen, die unseren Planeten für immer verändern werden. Vortragstitel: „Expeditionen in eine schwindende Welt.“

Die Forschungstage

Die Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr. Allen Referenten voran werden wieder Stipendiaten des JAG sprechen. Sie berichten über ihre wissenschaftlichen Erfahrungen, die sie im Rahmen des Stipendiatenprogramms des JAG in Forschungsstationen wie beispielsweise die Europäische Raumfahrtorganisation (ESA) in Darmstadt oder auch dem Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologe sammeln konnten.

Die Forschungstage des JAG werden unterstützt von den Stadtwerken Emden, der Sparkasse Aurich-Norden, der Weets Gruppe und der Reederei Lauterjung. Die Reihe findet in Kooperation mit der Stadt Emden, Volkswagen, der Hochschule Emden-Leer und der Kunsthalle Emden statt.

Weniger um das Weltgeschehen, dafür um einen bedeutenden Aspekt der ostfriesischen Geschichte dreht sich Dr. Paul Weßels Vortrag am 30. November. Der renommierte Historiker und Leiter der Bibliothek der Ostfriesischen Landschaft informiert über eine Zeit weitreichender Veränderungen in Ostfriesland. Vortragstitel: „Im Strome einer neuen Zeit – Aufklärung und Entwicklung des Bürgertums und Ostfriesland um 1800“.

Wonach suchen Mathematiker?

Einen Abstecher in die Kunst sieht der Vortrag mit Professor Dr. Alexander Klar vor. Der Kunsthistoriker und Direktor der Kunsthalle in Hamburg referiert über die Chancen und Herausforderungen bei der Vermittlung von Kunst im Museum. Seinen Vortrag unter dem Titel „Kathedrale und Dancefloor – das Museum für alle“ hält er am 25. Januar im JAG-Forum.

Von der Kunst führt die Vortragsreihe in die Welt der Mathematik. Professor Dr. Alexander Salle, Professor für Mathematikdidaktik an der Universität Osnabrück, wirft in seinem Vortrag die Frage auf: Wonach suchen Mathematiker? Er gibt exemplarische Einblicke in das Suchen und Finden mathematischer Erkenntnisse und entfaltet dabei die Welt des fortlaufenden mathematischen Rätselns und Fragens. Salle eilt der Ruf voraus, humorvolle und kurzweilige Vorträge zu halten, wie auch Jan-Aiko van Hove bestätigte, der am JAG für das Stipendiatenprogramm verantwortlich ist und Salle aus dem eigenen Studium kennt.

Den Schlusspunkt setzt Professor Dr. Tobias Breiner mit seinem Beitrag „Warum wir spielen“ am 13. Februar. Der Informatiker und Professor für Game-Engineering an der Hochschule Kempten geht der Frage nach dem Spieltrieb nach. Breiner hat verschiedene Methoden in der Computergrafik entwickelt und untersucht unter anderem den Einfluss virtueller Realitäten und von Computerspielen auf den menschlichen Alltag.

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