Emden - Noch einmal auf Anfang heißt es für den geplanten Solarpark im Wybelsumer Polder. Der Bebauungsplan und der Flächennutzungsplan müssen geändert werden, um das Vorhaben der Emder Firma Energiepark Emden GmbH & Co.KG zu verwirklichen.
Eigentlich sollte der Solarpark bereits im kommenden Jahr auf einer Fläche von 90 Hektar im Polder stehen. Das wird schlechterdings nicht mehr möglich sein.
Die rechtlichen Vorgaben eines Flächennutzungs- und Bebauungsplanes erfordern umfangreiche Vorbereitungen und öffentliche Auslegungen. Ursprünglich war vorgesehen, den Bebauungsplan aus dem rechtswirksamen Flächennutzungsplan zu entwickeln, erläuterte Stadtplaner David Malzahn im zuständigen Ausschuss. Nach Rücksprache mit dem Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, als zuständiger Genehmigungsbehörde für Flächennutzungsplanungen der Stadt Emden, wird diese Möglichkeit jedoch nicht gesehen. Im Flächennutzungsplan sind in der bestehenden Fassung ausschließlich Kompensationsflächen dargestellt. Malzahn: „Aus diesem Grund ist es erforderlich, den Flächennutzungsplan im Parallelverfahren zu ändern.“ Dem stimmten die Fraktionen alle zu.
Verzögerung
Die Kosten, die jetzt entstehen, muss die Firma tragen. Das Gesamtinvestitionsvolumen wurde bei Vorstellung des Solarparks im Februar auf 67 Millionen Euro beziffert.
Warum es zu diesem Planungsmissgeschick kam, darüber wurde im zuständigen Ausschuss nicht diskutiert. Bereits im Vorfeld hatte einer der drei Geschäftsführer auf Nachfrage dieser Redaktion deutlich gemacht, dass es noch keine Neuigkeiten zum Projekt gebe und man noch auf eine Baugenehmigung warte. Diese wird sich jetzt weiter verzögern, zumal noch entsprechende Umweltberichte erstellt werden müssen.
Eng verknüpft mit dem Solarpark ist die Firma H2Nord, die in der Region eine Infrastruktur für grüne Wasserstoffmobilität aufbaut. Für eine Zehn-Megawatt-Elektrolyse-Anlage hat sie eine Förderzusage von acht Millionen Euro vom Land erhalten. Der Solarpark ist eine wichtige Voraussetzung für die Herstellung des „grünen“, also regenerativ erzeugten Stroms, der dann in Wasserstoff umgewandelt werden wird.
50 Jahre Betriebsdauer
Die Betriebsdauer des Solarparks, der möglicherweise noch durch ein Umspannwerk am westlichen Rand des Gebietes ergänzt wird, ist auf 50 Jahre ausgelegt. Der Rückbau wird durch eine Bankbürgschaft abgesichert, die gegenüber der genehmigenden Behörde hinterlegt wird. Die Photovoltaik-Module sind lichtdurchlässig, die Fläche wird nicht versiegelt und eine Beweidung mit Schafen ist dort vorgesehen.
Auch ist eine Kooperation mit dem norwegischen Energieunternehmen Statkraft geplant: Am Emder Kraftwerkstandort soll ein weiterer Elektrokatalysator mit 200 Megawatt entstehen. Ziel von H2Nord ist es, mehrere Tankstellen für grünen Wasserstoff zu errichten und sie mit selbst produziertem Wasserstoff aus der Region zu beliefern.
Einer der drei Geschäftsführer der Eugen Firus, der Energiepark Emden GmbH & Co.KG, teilte im Nachhinein mit, dass er von keiner Verzögerungen für das Vorhaben durch die Planungspanne ausgehe.
