Emden - „Corona ist für uns abgehakt, wir blicken wieder in die Zukunft und freuen uns, nach zweijähriger Zwangspause unseren Wirteball mit Grünkohlessen durchführen zu können“, so begrüßte Karl-Heinz Wittwer, der Vorsitzende vom Wirteverein/DEHOGA-Stadtverband Emden, die rund 180 Gäste im Hotel „Faldernpoort“. Zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Tourismus, Kultur, Handel und Politik waren der Einladung gefolgt, darunter auch Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos). Neben vergnüglichen Programmpunkten, wie dem Grünkohlessen und der Wahl eines neuen Grünkohlkönigspaares, gab es auch einen Austausch über die aktuelle Situation und Entwicklung in Emden.
Tourismus in Emden stärken
Mit großem Interesse verfolge die Gastronomie- und Hotelbranche die bevorstehenden Großbauten für den Industriestandort Emden. „Unsere Branche partizipiert durchaus an dieser Entwicklung. Viele Arbeitskräfte werden für den Aufbau neuer Standorte benötigt“, sagte Oliver Klassen, Vize-Vorsitzender vom DEHOGA. Kritisch äußerte er sich aber über die Einführung einer Bettensteuer, die in Emden lebhaft diskutiert wird. Damit setze man ein völlig falsches Zeichen. Klaassen: „In vielen Bereichen ist von Unterstützung die Rede und wir werden stattdessen weiteren Belastungen und bürokratischen Hürden ausgesetzt.“ Dabei müsse der Tourismus in Emden gestärkt werden, damit Kaufkraft nach Emden kommt und der Einzelhandel gestärkt wird, hieß es. Befürchtet wird, dass es sich um eine reine „Hotelsteuer“ handeln werde, denn Privatunterkünfte, Ferienwohnungen, Camping- und Mobilstellplätze sowie die Jugendherberge könne man schlecht oder gar nicht kontrollieren: „Ungleichbehandlung unter den Beherbergungsbetrieben scheint hier vorprogrammiert“, so Klaasen.
Sorge vor weiteren Belastungen
OB Kruithoff ging auf die Bettensteuer ein: „Wir haben den Auftrag von einer Partei erhalten, die Bettensteuer zu prüfen und das müssen wir tun.“ Den entsprechenden Antrag gab es von der Partei „Grüne feat. Urmel“, die damit die Finanzen der Kommune auffrischen will. Kruithoff selbst, der kein Befürworter dieser Zusatzsteuer ist, stellte fest, der Gast würde dadurch weiteren Belastungen ausgesetzt und ins Umland ausweichen. Damit sei in Emden niemandem geholfen: „Wir müssen genau überlegen und es gibt noch viel zu diskutieren.“ Der Tourismus sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Emden sei ein Kulturstandort mit bedeutenden Ausstellungen und Veranstaltungen. Rund 72.000 Übernachtungsgäste zähle man in Emden, die größten Zuwächse gab es bei den Tagesgästen, deren Zahl bei mehr als zwei Millionen liege.
Den Wirteball gestalteten musikalisch die „Alsterperlen“ aus Hamburg, ebenso wirkte DJ Bernhard aus der Krummhörn mit. Einer der Höhepunkte war wieder die Proklamation des Grünkohlkönigspaares. Der neue König ist kein Gastronom, sondern ein Journalist: Holger Bloem, Chefredakteur der Monatszeitschrift „Ostfriesland Magazin“. Die Regentschaft als Grünkohlkönigin übernahm Birgit Kohl-Binder, Vize-Präsidentin vom DEHOGA Niedersachsen. Bloem und Kohl-Binder lösen das bisherige Königspaar Barbara Sälzer und Ait Okko van Dyken ab, die mit drei Jahren die mit Abstand längste Regentschaft im DEHOGA hatten.
