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NWZonline.de Region Emden

Fachhochschule steht am Scheideweg

14.10.2008

EMDEN /OLDENBURG Die vor acht Jahren zusammengelegte Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ist derzeit Gegenstand eines Polit-Gezerres der besonderen Art. Während sich eine vom Wissenschaftsministerium berufene Strukturkommission Gedanken macht, ob die damals zwangsfusionierte FH wieder entflochten werden soll, streiten sich hochschulinterne Gremien über die Rolle der Präsidentin – und in der Landespolitik geht es inzwischen um die eventuelle Gründung einer völlig neuen Hochschule.

Angesichts dieser verzwickten Lage ist es für Außenstehende schwer, den Überblick zu behalten. Da geht es am heutigen Dienstag zunächst im Hochschulsenat um Präsidentin Vera Dominke. Auf der Sitzung wird ein Antrag auf die Abwahl Dominkes diskutiert. Große Aussichten auf Erfolg werden dem Antrag nicht beschieden. Dominke selbst demonstriert Gelassenheit. Gegenüber dieser Zeitung sagt sie: „Ich bin froh, dass ich an diesem Tagesordnungspunkt nicht teilnehmen und zum x-ten Mal unberechtigte Vorwürfe zurückweisen muss.“

Nicht verstehen kann sie allerdings, dass ihr nachgesagt wird, Stellen für die zur FH gehörende Seefahrtschule Leer nicht ausgeschrieben zu haben. Dominke: „Das ist schlicht wahrheitswidrig. Tatsächlich ist es nicht gelungen, auch nur einen der wenigen Bewerber dazu zu bewegen, in Leer anzuheuern.“ Inzwischen gebe es eine zweite internationale Ausschreibung. In diesem Zusammenhang appelliert sie an die Beteiligten, den Standort Leer nicht ständig schlecht zu reden.

Für ruhiges Abwarten der Arbeit der Expertenkommission plädiert Björn Thümler, CDU-Landtagsabgeordneter aus der Wesermarsch. Thümler: „Wir sollten zunächst die Experten hören und erst dann selbst reden und entscheiden.“ Gleichwohl hat er aber einen gewichtigen Stein ins Wasser geworfen, indem er vorschlug, über eine eigene maritime Hochschule mit möglichen Standorten in Elsfleth, Leer, Cuxhaven und Bremen nachzudenken. Im Gespräch mit dieser Zeitung verwies er darauf, dass dies in aller Ruhe mit Experten besprochen werden müsse.

Der SPD-Landtagsabgeordneten Olaf Lies kritisiert derweil die Entscheidungsschwäche von Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU): „Mit der Expertenkommission wird unnötig Zeit verschwendet. Der augenblickliche Streit – auch um die Präsidentin – ist absolut überflüssig.“ Vom Ministerium hätte er sich gewünscht, es hätte Anreize geschaffen, um die offenen Stellen in Leer so attraktiv zu gestalten, dass sie leichter besetzt werden könnten.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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