Delfzijl/Emden - Rund 350.000 Menschen lockte das große Windjammertreffen „DelfSail“ vor rund zwei Wochen an den westlichen Dollart nach Delfzijl. Alle paar Jahre lädt die kleine niederländische Hafenstadt am westlichen Dollart-Ufer unter anderem die schönsten und größten Segler der Welt sowie weitere schöne Schiffe ein. Mit dabei war, neben dem Tonnenleger „Gustav Meyer“ des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Emden und dem Traditionskutter „Heike“ aus Jemgum, auch das Feuerschiff „Amrumbank“, das – wie die „Gustav Meyer“ und die „Heike“ auch – die „Sehleute“ zum „open ship“ lockte.
Das Logo der „DelfSail“ 2024. „The legacy of the Seven Seas“, lautete das Motto der siebten Auflage. „Das Vermächtnis der Sieben Weltmeere.“
Holger Bloem
Das Feuerschiff „Amrumbank“ hatte während der „DelfSail“ im Yachthafen in Delfzijl festgemacht und lockte viele Besucher.
Holger Bloem
Blick von Bord des Feuerschiffs „Amrumbank“ auf die „DelfSail“.
Holger Bloem
Die Geschichte des Emder Feuerschiffes wurde auf einer Stele auf Niederländisch und Englisch erzählt.
Holger Bloem
Rund 350.000 Besucher kamen zur 7. „DelfSail“ ins niederländische Delfzijl, darunter auch viele Ostfriesen.
privat
Auch der Tonnenleger „Gustav Meyer“ vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Emden war in Delfzijl. Er nahm auch schifffahrtspolizeiliche Aufgaben wahr.
Holger Bloem
Auch der Traditionskutter „Heike“ aus Jemgum war auf der „DelfSail“ mit dabei und über die Toppen beflaggt.
Holger BloemReise stand auf der Kippe
„Auf den letzten Metern gab es noch ein ziemliches Hin und Her, und fast hätte es auch gar nicht geklappt“, blickt Heinz-Günther Buß auf schwierige Begleitumstände ihrer lange geplanten Reise zu dem maritimen Festival zurück. Doch alle Mühen hätten sich letztlich gelohnt: „Der sechstägige Aufenthalt in Delfzijl war für die gesamte Mannschaft kräftezehrend“, resümiert er zwar. Aber das Festival wird bei den mitgereisten Vereinsmitgliedern dennoch sicherlich noch lange positiv nachhallen. „Darum ist auch die Teilnahme an der nächsten ,DelfSail’ wieder vorgesehen“, sagt der Vorsitzende des Feuerschiffvereins und freut sich schon darauf – ein Termin für eine 8. Auflage gibt es allerdings noch nicht.
Bereits einen Tag vor dem offiziellen Beginn der „DelfSail“ mit der großen Einlaufparade mit fast 100 Schiffen und großen Windjammer, wie der polnischen „Dar Młodzieży“, legte das Feuerschiff im Emder Ratsdelft ab und ließ sich mithilfe von zwei Schleppern nach Delfzijl ziehen. Dort warb es dann vier Tage lang als Botschafter für die Seehafenstadt Emden, ehe es einen Tag nach der Auslaufparade wieder mit Schlepperhilfe zurückging. Den Aufenthalt während der „DelfSail“ nutzten die rund 20 mitgereisten Vereinsmitglieder vor allem, um neue Kontakte zu knüpfen und um für die Matjestage 2025 in Emden zu werben – offensichtlich mit Erfolg: so interessierten sich die Vertreter der historischen Koggen aus Spanien und den Niederlanden für das traditionsreiche Emder Fest, das mit dem Großsegler „Gulden Leeuw“ nach langen Jahren in diesem Jahr immerhin erstmals wieder ein Segelschiff nach Emden lotsen konnte. Diese Kontakte sollen nun weiter intensiviert werden.
1200 Besucher an Bord
Rund 1200 Besucherinnen und Besucher zählte die Crew an den vier Festival-Tagen an Bord des Feuerschiffes, das neben dem Museum auch die Gastronomie geöffnet hatte. Zu mancher Stunde herrschte solch ein Andrang an Bord, dass die Crew zeitweise den Zugang zum Schiff verwehren musste. Auch einige Emder, die ihr Wahrzeichen in der Seehafenstadt vermissten, statteten dem Feuerschiff einen Besuch ab – die meisten von ihnen waren am Freitag und Sonnabend mit der „Dollard“-Fähre zum Tagesausflug nach Delfzijl gekommen.
Heinz-Günther Buß lobte vor allem die „perfekte Organisation!“ des Festivals durch die „DelfSail“-Macherin Jeannette Blijdorp-Jonker (78) mit ihrem Team, die nicht nur mit dem Wetter viel Pech hatten: So mussten gleich drei Großsegler ihre Reise nach Delfzijl kurzfristig absagen. Der sehenswerte Dreimaster „Cisne Branco“ aus Brasilien beispielsweise konnte wegen eines Motorschadens nicht anreisen.
„Nötige Erfordernisse, wie zum Beispiel die Verlegung der Liegestelle oder das Bunkern von Frischwasser, wurden unverzüglich erfüllt“, sagt Buß. Denn das Feuerschiff konnte nicht, wie die größeren Schiffe, an der Handelskaje liegen, weil es dort bei Ebbe zu tief gelegen hätte und somit für Besucher nicht erreichbar gewesen wäre. Also wurde es kurzerhand an einen tideunabhängigen Pier im Yachthafen verlegt. „Auch Hilfeleistungen anderer Art stellten die Einsatzkräfte ohne Umschweife zur Verfügung!“
