Krummhörn - Die Feuerwehr in der Gemeinde Krummhörn geht in die Offensive und will mit einem Aktionstag neue Mitglieder finden. „Das ist auch dringend notwendig, wenn langfristig der Brandschutz in der Gemeinde gewährleistet werden soll“, sagt Gemeindebrandmeister Jan-Jürgen Lüpkes im Gespräch mit der Redaktion. Denn die Krummhörner Feuerwehr verliert stetig Mitglieder, berichtet auch Pressesprecher Kilian Peters. Um den entgegenzutreten, steht der 9. September ganz besonders im Zeichen der Feuerwehr, denn dann soll gezielt Werbung gemacht werden.
Es wird eng
Zwar ist die Gemeinde Krummhörn von einer sogenannten Pflichtfeuerwehr, bei der theoretisch alle Bürger zwischen dem 18. und 63. Lebensjahr zum Dienst verpflichtet werden könnten, noch weit entfernt, doch schon jetzt wird es eng. „Zu bestimmten Zeiten wird es schwierig ausreichend Einsatzkräfte zusammen zu ziehen“, berichtet Lüpkes.
Der Feuerwehrchef denkt hier beispielsweise an den Schichtwechsel bei Volkswagen oder aber generell an die Werktage Montag bis Freitag. „Nicht wenige Krummhörner arbeiten bei Handwerksfirmen und sind deshalb auch viel auf den Inseln unterwegs“, sagt Lüpkes. Für Einsätze unter der Woche fehlen sie vor Ort. Und auch die Altersstruktur schlägt mittlerweile zu. So gibt es in Greetsiel aus verschiedenen Gründen kein einziges aktives Feuerwehrmitglied zwischen 55 und 67 Jahren, bedauert der Feuerwehrchef.
Mitgliederzahl sinkt
Die Arbeitsbelastung der Mitglieder und die sinkende Zahl der aktiven Feuerwehrleute bereiten dem Gemeindekommando schon etwas Sorgen, wie Lüpkes betont. Waren es im vergangenen Jahr noch 300 Aktive, sind es jetzt nur noch 280. „Als ich 1991 in die Feuerwehr eingetreten bin, waren wir weit über 400“, erinnert sich Lüpkes. Um diesen Rückgang zu stoppen, müssen neue Kräfte her. Deshalb hat sich die Gemeindefeuerwehr für einen Aktionstag entschieden. Sieben große Banner an Baustellenzäunen weisen quer durch die Krummhörn auf den Tag selbst, aber auch auf die gezielte Mitgliedersuche hin.
An den einzelnen Standorten in Greetsiel (Feuerwehr Nord), Pewsum (Mitte), Upleward (West), Rysum (Süd), Jennelt (Ost) und Visquard wird es von 15 bis 18 Uhr einen Übungsdienst geben. Interessierte können sich nicht nur den Dienst und die vorhandenen Gerätschaften inklusive Fahrzeuge anschauen, sondern sich auch ganz gezielt über die Aufgaben und auch Pflichten eines Feuerwehrmitglieds informieren. „Das alles soll völlig ohne Zwang, ganz locker ablaufen“, verspricht Lüpkes. Er hofft, mit dieser Aktion Neumitglieder zwischen sechs und 55 Jahren für die einzelnen Feuerwehren zu gewinnen. Und, so ergänzt auch Kilian Peters, sind die Feuerwehren wichtig für das soziale Leben in den Ortschaften.
Hoffnung auf Rückkehrer
Den Blick richtet die Feuerwehr deshalb aber auch ganz gezielt auf Fußballspieler zwischen 25 und 30 Jahren, die „vielleicht den aktiven Sport beenden und wieder etwas mehr Zeit haben“, wünscht sich Lüpkes. Auch hofft der 48-jährige Feuerwehrchef darauf, dass vielleicht manch schon ausgebildeter aber in den vergangenen Jahren ausgetretene Kamerad wieder zurück in die Feuerwehr findet.
Einen richtigen Lichtblick gibt es übrigens bei der Kinderfeuerwehr. Hier gibt es alles, nur eben keine Nachwuchssorgen. „Wir haben immer noch eine Warteliste, die Nachfrage ist riesig“, freut sich Lüpkes. Rund 30 Kinder ab sechs Jahren bilden die Kinderfeuerwehr. Gut sieht es auch bei der Jugendfeuerwehr aus, allerdings gibt es hier keine Warteliste.
Der Aktionstag findet am 9. September von 15 bis 18 Uhr in Greetsiel, Pewsum, Upleward, Rysum, Jennelt und Visquard statt.
