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Bürokratische Hürden für Bauprojekt Erneut Verzögerung beim neuen Emder Frauenhaus

Zu eng, zu alt, zu klein – das sind inzwischen viele Frauenhäuser in Deutschland. In Emden ist das nicht anders. Deshalb soll neu gebaut werden.

Zu eng, zu alt, zu klein – das sind inzwischen viele Frauenhäuser in Deutschland. In Emden ist das nicht anders. Deshalb soll neu gebaut werden.

dpa

Emden - Beim geplanten Neu- und Umbau des Emder Frauenhauses ist weiter Geduld gefragt. Zwar ist das rund dreijährige Ringen um die 1,08 Millionen Euro schwere Bundesförderung bekanntlich seit Eintreffen des Förderbescheids im April beendet. Dafür gibt es jetzt Verzögerungen im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe für den Neubau. Denn mit dem Staatlichen Baumanagement ist nun eine weitere Beratungs- und Kontrollinstanz auf den Plan getreten. Das teilte Emdens Stadtrat Volker Grendel am Mittwoch im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Integration mit.

Neuer „Player“

Dort hatte eigentlich eine Änderung der Leistungs-, Vergütungs- und weiterer Vereinbarungen zwischen der Stadt als Leistungsträgerin und der Emder Arbeiterwohlfahrt (Awo) beschlossen werden sollen, welche auch nach der räumlichen Erweiterung Betreiberin der Einrichtung bleibt. Dieser Punkt wurde aber nun auf den übernächsten Fachausschuss verschoben. Wie weit das Projekt – bei dem die Isensee-Stiftung als künftige Eigentümerin den Bauherren-Part übernimmt – inzwischen gediehen ist, wollte SPD-Ratsfrau Doris Kruse aber dennoch wissen. Die Antwort: Wegen des neuen „Players“ von staatlicher Seite leider noch nicht so weit wie erhofft.

Da es hier um Bundesmittel gehe (diese dürfen nach dem Föderalismus-Prinzip nicht direkt an die Kommunen fließen, sondern müssen über das Land zugewiesen werden), habe das zuständige Niedersächsische Sozialministerium das Staatliche Baumanagement um beratende Begleitung gebeten, erläuterte Grendel. Und dieses wache bis ins kleinste Detail darüber, dass alles den Vorgaben entspricht. Mit der Konsequenz, dass selbst die Planungsleistungen, die im Zusammenhang mit dem Förderantrag für den Neubau bereits erbracht und vom Landesamt für Bau und Liegenschaften für gut befunden worden waren, jetzt noch einmal über die Stiftung Isensee ausgeschrieben werden müssen.

„Das ist schon ein kleiner Rückschlag, denn wir haben da schon viel Arbeit hineingesteckt “, sagte Grendel. „Wir erwarten aber, dass wir in Kürze in die Umsetzung einsteigen können.“ Denn parallel werde auch schon am Bauantrag gearbeitet.

Seit Jahren zu klein

Das bisherige Frauenhaus ist angesichts des gestiegenen Bedarfs schon seit Jahren zu klein. Auf dem benachbarten Grundstück soll daher eine neue Einrichtung gebaut werden, in der Frauen vor ihren gewalttätigen (Ehe-)Männern Schutz finden und in der auch mehr Platz für die Kinder ist. Die Baukosten werden auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt. 70 Prozent werden bezuschusst, 30 Prozent verbleiben als Eigenanteil bei der Stadt, die als Leistungsträgerin Miete für das Gebäude an die Stiftung zahlt. Das Bestandsgebäude wiederum soll über weitere Fördertöpfe saniert werden und die Beratungsstelle- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS) aufnehmen, die ausdrücklich auch eine männliche Klientel anspricht. Das Ganze zusammen nennt sich künftig „Wohn- und Beratungszentrum Emden“.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung
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