Emden - Was lange währt ... wird erst auf den letzten Metern fertig. „Samstag, 10.59 Uhr“, tippt Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff. Eine Minute später startet der Badebetrieb nach rund vier Millionen Euro Investitionssumme und siebenjährigem Dornröschenschlaf des Freibads in Borssum. Einem Schlaf, der immer wieder abwechselnd erschüttert wurde, von Bauarbeiten und Hiobsbotschaften. Nun aber soll es wirklich so weit sein. An diesem Samstag, 18. Mai, 11 Uhr, öffnet das Freibad seine Pforten.
Das Wasser ist eingelassen
Noch ist einiges zu erledigen, die Pflasterung ist noch nicht vollständig, am Sprungturm mangelt es noch an Geländern, der Ein-Meter-Turm fehlt komplett. Eine Ecke mit Erdhaufen wird vorerst abgesperrt bleiben, bis sie hergerichtet werden kann. „Das Wichtigste aber ist da: das Wasser“, sagt Rainer Wortelker, Vorsitzender des Fördervereins. Und auch die Liegewiese mitsamt Rollrasen ist vorhanden. Baden und sonnen werden ab Samstag möglich sein.
Das sollten sie auch, findet OB Kruithoff. Denn beim Freibad Borssum gehe es um mehr als nur neben Friesentherme und Van-Ameren-Bad um eine dritte Badeanstalt in Emden. Das Freibad erfülle eine sozial-gesellschaftliche Aufgabe, erklärt der OB, und verweist auf die zahlreichen Geschosswohnungsbauten diesseits und jenseits des Bades. Das Bad sei auch ein Rückzugsort für Kinder und Jugendliche, „in dem sie sich entfalten können“. Ähnlich wie es in den Stadtteilen Barenburg das Kulturzentrum und in Transvaal die Pumpstation seien. Entsprechend habe das Bad eine übergeordnete Funktion, der der Förderverein des Freibads mit einem großen Stadtteilfest im August nachkommen will.
Damit dieser Anspruch in der Realität umgesetzt werden kann, habe es einen großen Schulterschluss zwischen der Stadt als Eigentümer, den Stadtwerken als Betreiber, dem Förderverein als Unterstützer und vor allem den regionalen Unternehmen als ausführendes Organ benötigt, erklärte Kruithoff bei einer Begehung am Montag gegenüber der Presse. Dass er die regionalen Unternehmen so lobt, kommt nicht von ungefähr. Probleme mit Unternehmen, Unzuverlässigkeiten waren nur einer der Gründe, die zu den Hiobsbotschaften in der siebenjährigen Sanierungsodyssee geführt hatten. „Zusätzlich hat die Stadtpolitik mehrheitlich immer zu dem Projekt gestanden und der Bund hat gleich zweimal gefördert“, lobte der OB. Insgesamt 1,44 Millionen Euro der Gesamtsumme kommt aus Berlin.
Hallenbad Friesentherme mit reduziertem Angebot
Einen Wermutstropfen im Gepäck hatte Jens Gieselmann, Geschäftsführer der Stadtwerke und somit Betreiber des Freibads. Der Personalmangel im Bäderbereich macht auch vor der Seehafenstadt Emden keinen Halt. Für den Sommer werde es daher nicht möglich sein, das Borssumer Freibad und die Friesentherme vollständig zu betreiben. Konkret schalte die Friesentherme ab Samstag in einen reduzierten Modus, in dem das Schul- und Vereinsschwimmen sowie Kurse und die Sauna vorhanden blieben, aber das Spaßschwimmen verlagere sich ins Freibad. „Aber wir glauben, in den Sommermonaten ist das Freibad ohnehin attraktiver“, sagt Gieselmann. Ob das wirklich so sein wird, wird ab Samstag zu sehen sein. Wenn die Restarbeiten erledigt und die Türen geöffnet sind.
Geöffnet hat das Freibad Borssum werktags zwischen 6 und 20 Uhr. Am Wochenende von 10 bis 18 Uhr.
Eine Schwimmer-Tageskarte kostet Erwachsene vier Euro, mit Ermäßigung geht es einen Euro günstiger. Kinder zahlen zwei Euro.
