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Geld für den Küstenschutz Weitere Millionen für den Deichbau in der Krummhörn

Stück für Stück wird der Deich zwischen Upleward und Manslagt seit 2019 erhöht. Jetzt folgen weitere 1,2 Kilometer nahe Groothusen.

Stück für Stück wird der Deich zwischen Upleward und Manslagt seit 2019 erhöht. Jetzt folgen weitere 1,2 Kilometer nahe Groothusen.

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Krummhörn - Die Deichacht Krummhörn kann mit der Erhöhung eines weiteren Deichabschnitts beginnen, und zwar ohne diese Arbeiten, wie sonst üblich, aus eigenen Mitteln vorzufinanzieren. Entsprechende Gelder sind jetzt vom Land Niedersachsen zugesagt worden. Das teilte Geschäftsführer Frank Rosenberg mit. Damit ist die Erhöhung des 1,2 Kilometer langen Abschnitts zwischen Groothusen und Manslagt gesichert, schreibt Rosenberg. Rund 8,7 Millionen Euro soll die Ertüchtigung und Erhöhung des Deiches auf diesen 1200 Metern kosten.

Grund für diese Euphorie bei den Küstenschützern ist eine Mitteilung aus Hannover. In der letzten Woche hatte Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) verkündet, dass Bund und Land die Küstenschutzmittel in diesem Jahr um 17 Millionen Euro auf fast 80 Millionen Euro erhöhen. „Das versetzt uns in die Lage, erstmals mit gesicherten Küstenschutzmitteln über zwei Jahre den Deichbau auf 1,2 km voranzutreiben“, wird Oberdeichrichter Gerd-Udo Heikens zitiert.

Mehr Geld gefordert

Der jetzige erste Schritt der Mittelerhöhung in Verbindung mit einer zweijährigen Planungssicherheit ist „einzig und allein der Hartnäckigkeit des jetzigen Ehrenoberdeichrichters Alwin Brinkmann zu verdanken“, betont Frank Rosenberg. Brinkmann habe „bei jeder Gelegenheit die Finanzierungsproblematik im Küstenschutz“ gegenüber der Landespolitik verdeutlicht.

Doch so groß die Freude auch ist: Die Deichacht Krummhörn fordert gleichzeitig auch, dass die Mittelanpassung nicht nur eine einmalige Erhöhung bleibt. „Wir fordern, die Küstenschutzmittel kurz- bis mittelfristig auf mindestens 100 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen, damit die wachsenden Aufgaben im Küstenschutz auch zukünftig durch die Deichverbände erledigt werden können“, bekräftigt Frank Rosenberg. Denn, das betont die Deichacht noch mal deutlich, der Fortschritt des Deichbaus in der Krummhörn sei nur durch die Bereitschaft der Deichacht zur teilweisen Vorfinanzierung möglich geworden. Die Beschlüsse von Vorstand und Ausschuss der Deichacht Krummhörn, den Deichbau durch Aufnahme von Darlehen zur Zwischenfinanzierung fortzuführen „waren mutig und richtig“.

Allerdings müssen die Küstenschutzmittel auch deshalb dauerhaft erhöht werden, weil bei den seit vergangenem Jahr steigenden Darlehenszinsen die Belastung des Haushalts der Deichacht nur begrenzt möglich ist und die Deichacht Krummhörn von Beginn an die Bereitschaft zur Vorfinanzierung nur angeboten hat, solange die Zinsbelastung darstellbar bleibt.

Baustart im April

Doch das gilt für die Zukunft. Jetzt kann der Deichbau, wie geplant, zwischen Groothusen und Manslagt beginnen. Die Arbeiten dazu wurden bereits ausgeschrieben und inzwischen auch vergeben. Weitere Arbeiten werden zeitnah vergeben, heißt es von der Deichacht. Mit den ersten vorbereitenden Maßnahmen soll bereits in den nächsten Tagen begonnen werden. In Abstimmung mit der naturschutzfachlichen Baubegleitung des Niedersächsischen Landesbetriebs Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und den Naturschutzbehörden darf der seeseitige Deichringgraben bereits jetzt hergestellt werden. Die eigentlichen Arbeiten am Deich werden aber aufgrund der noch vorherrschenden Sturmflutgefahr erst ab Mitte April beginnen können.

Vor dem Hintergrund, dass wegen der Sturmflutgefahr jährlich nur rund 20 Wochen für den Deichbau zur Verfügung stehen, ist die Zusage aus Hannover besonders wichtig. Denn damit ist schon heute sichergestellt, auch im kommenden Jahr bereits im April mit dem Deichbau beginnen zu können. „Das beruhigt uns als Küstenschützer sehr“, sagte Gerd-Udo Heikens.

Jens Tammen
Jens Tammen Emder Zeitung (Stv. Leitung)
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