Hinte - Das hatten sich Verwaltung und Politik der Gemeinde Hinte bestimmt einfacher vorgestellt. Für die im März beschlossene neue Stelle eines Verpflegungsbeauftragten für das Essen in Schulen und Kitas konnte kein passender Bewerber gefunden werden. Nun hat die Gemeinde reagiert, die Stelle deutlich verändert und eine neue Bewerbungsrunde eröffnet. Und dieses Mal scheint es besser zu laufen.
Die Stelle ist primär dafür gedacht, dass neue Konzept mit dem etwas sperrig klingenden Namen „Qualitätsstandards der Verpflegung in den Kindertagesstätten und Schulen in der Gemeinde Hinte“ in seiner Umsetzung und Einhaltung zu begleiten. Das Papier basiert auf der Zusammenarbeit der Verwaltung mit den Leitungen der Kitas und Schulen, dem Mensa-Personal und den Elternvertretern. Ziel ist es täglich ein gesundes und nachhaltiges Essen anzubieten.
Zunächst Teilzeit
Soweit so gut. Um die Umsetzung zu gewährleisten, konnte sich die Politik damals mehrheitlich dafür durchringen, eine neue Fachkraft einzustellen. Die Position „Verpflegungsbeauftragte/r“ war geschaffen worden. Der neue Stelleninhaber sollte in Teilzeit mit 20 Stunden die Woche die Qualität des Essens, die Umsetzung des Konzeptes und letztlich auch die Personalverantwortung tragen. 25 000 Euro hatte die Gemeinde pro Jahr dafür eingeplant.
Das Hinteraner Konzept zur Schul- und Kitaverpflegung sieht täglich zwei Gerichte zur Auswahl vor. Davon eines vegetarisch. In den Kitas soll nur ein Gericht angeboten werden. Allerdings mit der Option, eine vegetarische Komponente statt Fleisch zu nehmen. Grundsätzlich soll es nur noch ein Fleisch- und ein Fischgericht pro Woche geben.
Die Kinder sollen für die Lebensmittelhygiene sensibilisiert und in die Zubereitung der Speisen einbezogen werden. Auch soll es ein Lob- und Kritik-Verfahren geben, bei dem die Kinder über die Qualität des Essens abstimmen.
Lebensmittelverschwendung soll möglichst vermieden werden. So ist die Wiederverwertbarkeit der Speisen, die noch nicht ausgegeben wurden, Bestandteil des Konzeptes. Bei den Getränken ist weniger süß angesagt. So lautet das Angebot Wasser, Schorle oder ungesüßter Tee. Überwacht und umgesetzt werden soll das Konzept durch den neuen Verpflegungsbeauftragten.
Die Resonanz seitens potenzieller Arbeitnehmer war allerdings nicht so überragend. Es gab zwar einige wenige Bewerbungen und es fanden auch Vorstellungsgespräche statt, doch es fruchtete nicht. „Es passte leider niemand in das Konzept“, sagt Sascha Ukena von der Gemeindeverwaltung auf Anfrage. Also musste sich die Gemeinde etwas überlegen. „Einfach neu ausschreiben hätte nichts gebracht“, ist sich Ukena sicher.
Jetzt Vollzeit
Deshalb haben sich Verwaltung und Politik kurzerhand darauf verständigt, aus der Teilzeitstelle einen Vollzeitjob zu machen. 50 Prozent der Zeit soll in Führungsaufgaben und die Konzeptumsetzung investiert werden und die andere Hälfte dient der Funktion eines Springers in den Küchen. „Wenn Bedarf und Not am Mann oder der Frau ist, springt die Fachkraft in den Mensen ein“, erklärt Ukena. Der Gemeinde wird die neue Position somit rund 50 000 Euro im Jahr kosten. Die Stelle ist zunächst bis Ende 2024 befristet.
Zuversichtlich
Sascha Ukena ist wenige Tage vor Fristende übrigens sehr zuversichtlich, dass die Stelle im zweiten Anlauf auch besetzt wird. „Wir haben jetzt schon sehr zusagende Bewerbungen erhalten“, verrät er und ergänzt: „Freibleiben wird die Stelle jedenfalls nicht.“
