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Geschäftssituation in der Großen Straße in Emden Händler – Potenzial ist da, doch es mangelt an Dynamik

Hat viele Vorschläge und will sich einbringen: Ahmet Dilki von Colours.

Hat viele Vorschläge und will sich einbringen: Ahmet Dilki von Colours.

Ute Lipperheide

Emden - Sieben Leerstände, ein Show-Room, Versicherungen, Banken, Beratungsbüros: Für Einzelhändler sind das nicht die unbedingt idealen Voraussetzungen, um eine Einkaufsstraße attraktiv zu machen. Dabei sind die Große Straße zwischen Burgplatz und Otto-Huus und die Brückstraße hinter dem Rathausbogen die Einkaufsstraßen mit den meisten inhabergeführten Geschäften. „Eigentlich ist die Große Straße eine sehr schöne Einkaufsstraße“, sagt eine Händlerin im Gespräch mit dieser Redaktion. Doch die Eingangssituation vom Otto-Huus sei suboptimal. „Banken, Beratung und ein Friseur, da denken vor allem Touristen, es lohnt sich kaum, in die Straße zu gehen“, sagt die Ladenbesitzerin. Außerdem wirkten einige Gebäude vernachlässigt.

Dabei bemühe man sich, vom Stadtmarketing und auch von Seiten der anliegenden Kaufleute. Doch so richtig scheint der Funke noch nicht übergesprungen zu sein. Das ist nicht nur ein Problem dieser Straße, sondern vieler Innenstadteinkaufszonen, auch in größeren Städten. Doch tröstet das die ansässigen Händler nicht.

Junges Publikum

„Es läuft alles etwas zäh und ich vermisse, dass mehr für junge Kunden getan wird“, sagt Ahmet Dilki vom Bekleidungsgeschäft Colours. Man müsse einfach mehr verändern, um attraktiv zu bleiben und attraktiver zu werden, ist er überzeugt. Derzeit erweitert er sein Angebot vom reinen Modemarkt zu einem Modegeschäft mit Café. Das sieht mit seinen Vintage-Möbeln schon ziemlich stylisch aus. Er hofft, dass damit mehr junges Publikum in die Straße kommt. „Es ist Fakt, dass junge Menschen auch ältere in die Stadt und in die Geschäfte ziehen, andersherum geht das meistens nicht“, ist er überzeugt. Seit 2004 ist er mit seinem Angebot in Emden präsent.

Mangelnde Dynamik

Er beklagt vor allem die mangelnde Dynamik im Wandel: „Alles dauert extrem lange, auch wenn alle bemüht sind.“ Die Idee der Pop-up-Stores, also Geschäfte auf Zeit, müsste noch mehr forciert werden. Auch, wenn sich das in Emden und Ostfriesland nicht als Hit erwiesen habe. Dafür brauche man mehr Durchhaltevermögen und mehr Unterstützung von Seiten der Stadt, ist Dilki sich sicher. Diese will die Stadt gewähren, hieß es vor wenigen Tagen von Wirtschaftsförderin Martje Merten. Nur am Konzept ist noch einmal gefeilt worden.

Ein etwas bizarres Beispiel für einen funktionierenden Pop-Up-Store in München: Das Geschäft Weiss, das Mode und Särge verkauft. Die Särge können zu Lebzeiten als Schrank genutzt werden.

EINZELHANDEL IN INNENSTÄDTEN Die große Pop-Up-Pleite in Ostfriesland

Peter Saathoff
Ostfriesland

Dilki hat ein ganzes Bündel von Ideen. Er könne sich auch vorstellen, dass ein Second-Hand-Geschäft in den Großen Straße Zuspruch finden würde. Da würde er sich auch einbringen, eine entsprechende Unterstützung vorausgesetzt. Ein Imbiss, entweder Fisch oder Curry-Wurst, sei bestimmt auch eine umsetzbare Geschäftsidee für die Straße. „Wir müssen einfach versuchen, uns flexibler zu zeigen“, sagt er. Und damit meint er nicht nur die Händler, sondern alle Akteure. Dazu gehören unter anderem Vermieter und die Stadt.

Viele Touristen

Einig ist man sich in der Straße, dass der Mix der vorhandenen Geschäfte und der Gastronomie durchaus Anziehungskraft hat, aber auch noch verbessert werden könnte. Dazu gehöre auch, die Ladenlokale besser herauszustellen. Deutlich wird bei dem Gespräch mit den Kaufleuten auch, dass es ohne Touristen ziemlich mau aussehen würde. Sie stellten einen großen Prozentsatz der Kunden und das in der gesamten Emder Innenstadt. „Ich würde mir so wünschen, dass auch Emder mehr von unserem Angebot Gebrauch machen würden“, sagt eine Einzelhändlerin aus der Modebranche und bekommt auch hier Zustimmung von anderen Anliegern.

Ute Lipperheide
Ute Lipperheide Emder Zeitung
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