Emden - 32 Teilnehmer aus Emden und anderen Teilen Deutschlands, aber auch aus der Ukraine und Russland: Beim Jugend-Workcamp der Stadt Emden in St. Désir (Normandie/Frankreich) war in diesem Jahr nicht nur die Länder-Konstellation bemerkenswert, sondern auch die Teilnehmerzahl. „Wir waren ausgebucht – mit Warteliste“, zog Campleiter Stephan Oelrichs von der Emder Jugendförderung eine auch für ihn überraschende Bilanz.
Abwechslungsreiche Zeit
„Vor Corona hatten wir im Schnitt immer 25 bis 28 Teilnehmer, beim Neustart 2022 in etwa auch“, verglich er, „doch in diesem Jahr flogen die Anmeldungen nur so herein.“ So musste diesmal tatsächlich das Windhund-Prinzip greifen. Wer aber schnell genug mit seiner Anmeldung war, den erwartete in den drei Workcamp-Wochen ein abwechslungsreiches Programm.
Das Thema Zweiter Weltkrieg gehörte traditionell dazu. „Unser Camp ist ja nur knapp 100 Kilometer von Omaha Beach entfernt, einem der Landungsstrände der Alliierten bei der Operation Overlord“, sagte Oelrichs. Am Ort des Geschehens davon zu hören, sei auch diesmal wieder für die Jugendlichen ein intensives Erlebnis gewesen. „Wenn man zum Beispiel an der Pointe du Hoc in einem Bombenkrater steht, der sechs Meter tief ist, dann ist das einfach ein ganz anderes Gefühl.“
Geschichte zum Anfassen erfuhren die Jugendlichen auch beim Besuch des größten deutschen Soldatenfriedhofs La Cambe, dem amerikanischen Pendant in Colleville-sur-Mer, vor allem aber beim Reinigen der Gefallenen-Grabkreuze in St. Désir für die große Gedenkfeier am deutsch-französischen Wochenende. Traditionell arbeiteten die Jugendlichen zudem zehn Einzelschicksale auf und schrieben eine imaginäre Antwort auf die letzte Feldpost der Gefallenen.
Auch Platz für Ferienspaß
Trotzdem war auch wieder Platz für Urlaubsgefühl und Ferienspaß. Dafür hatten Oelrichs und sein Jugendleiter-Team Ausflüge, Spiele und Lager-Aktionen organisiert. Es ging an die Kreideküste, nach Paris und zum Mont-St.-Michel. Es gab Lagerfeuer, Spiele- und Filmabende mit Popcorn, ein Drei-Gänge-Menü-Abend – und manch guten Ausflugstipp von den französischen Gastgebern. Unterstützt wurde das Camp wieder durch Angehörige der Bundeswehr aus Wittmund und durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
