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Kinder in Emden Neuer Spielplatz wurde sogleich geentert

„Yeah!“: Der neue Spielplatz ist fertig: Kinder der Kita auf dem Burgplatz mit OB Tim Kruithoff.

„Yeah!“: Der neue Spielplatz ist fertig: Kinder der Kita auf dem Burgplatz mit OB Tim Kruithoff.

Ute Lipperheide

Emden - Zugegeben, November ist nicht gerade der beste Termin, um einen Kinderspielplatz zu eröffnen. Doch das herbstliche Wetter tat der Freude der vielen Kinder und auch Erwachsenen, die zur offiziellen Eröffnung des historischen Spielplatzes auf dem Burgplatz gekommen waren, keinen Abbruch. Alle waren gut gelaunt, vor allem Johannes Amman von der Stadtplanung Emden.

Amman, der bald in die passive Phase der Altersteilzeit wechselt, hat damit noch einmal „ein Meisterstück“ kurz vor dem Ruhestand vorgelegt, lobte Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) Ammans Arbeit für die neue Anlage im Herzen Emdens. Insgesamt hatte es zwölf Jahre bedurft, bis der Spielplatz realisiert werden konnte.

Emder Geschichte

2011 hatte Amman ein erstes Konzept vorgelegt. Doch es fehlte immer wieder das Geld. Dann kam „der Trick“, offiziell ist es nämlich keiner, mit der Ausweitung des Sanierungsgebietes der Stadtteile Port Arthur/Transvaal. Damit lag der Burgplatz mit im Sanierungsgebiet und von den rund 390.000 Euro, die die Anlage kostet, musste die Stadt noch 33 Prozent zahlen. „Ich kann mich noch gut erinnern, als es möglich war, so eine kleine Verschwenkung in das Gebiet mit einzuzeichnen“, sagte Ammann, der sichtlich erfreut ist, wie gut „sein Werk“ ankommt.

Quasi spielend lernen Kinder noch etwas aus der Geschichte Emdens. Eindrücklich und kindgerecht erklärte das der OB: „Hier stand einmal die alte Emder Burg“, sagte er und zeigte auf die hölzerne Anlage „und gleich daneben, wo das hölzerne Schiff jetzt ist, floss einmal die Ems“, führte er weiter aus und erklärte: „Die ist jetzt da, wo die großen Schiffe fahren.“ Staunend und teilweise etwas ungläubig schauten die Knirpse den OB an.

Kuscheliger Ottifant

Als dieser dann aber einen übergroßen und kuscheligen Ottifanten an die Kindergruppen aus dem nahen DRK-Kindergarten überreichte, wich die Skepsis. Es gab kaum noch ein Halten, und der Spielplatz samt Schiff und Ottifant musste endlich geentert werden. Letzterer ist als Tröster gedacht, falls beim Spielen einmal etwas schiefgeht. Weich ist er ja, stellte ein kleines Mädchen später fest, doch da sie sich gestoßen hatte, wollte sie das volle Programm: Trösten von Mama, und der Ottifant durfte zuschauen.

„Wenn das Parkraumkonzept steht und auch noch ein paar andere Veränderungen umgesetzt werden können, dann wird das hier noch etwas schöner und die Anbindung zur anderen Straßenseite ist dann besser“, sagte Kruithoff auf Anfrage dieser Redaktion. Die Wege auf dem Burgplatz wurden vor der Spielplatzeröffnung wieder hergerichtet, zehn neue weiße Stahlbänke aufgestellt, und alte Alt-Emden-Laternen aus der Straße Zwischen beiden Sielen beleuchten den für Emden so geschichtsträchtigen Burgplatz. „Wir haben hier ganz auf Nachhaltigkeit gesetzt“, sagte der OB, „und deshalb auch die alten Laternen ausgewählt.“

Bäume blieben erhalten

Zwar konnten nicht alle Kinderwünsche, die im Vorfeld genannt wurden, umgesetzt werden – sie hatten sich nämlich auch einen Baumpfad durch die vielen Bäume auf dem Burgplatz gewünscht – dafür darf auf der Burg hoch hinaus geklettert werden, quasi auf Baumhöhe. Die alten Bäume blieben erhalten. An zahlreichen Ecken gibt es noch viele „Kleinigkeiten“, die die Kinder entdecken können – und das auch von Kindern mit Rollstuhl.

„Ich finde das ganz toll hier auf dem Schiff“, rief schon kurz vor der Eröffnung der sechsjährige Simon. Der erwachsene Oliver war ein wenig enttäuscht, dass er nicht mehr auf den Spielgeräten erwünscht ist: „Da steht bis 13, mir wäre lieber, da stünde statt der drei eine eins.“ Ein kleines Mädchen krauste ihre Stirn und schritt mutig den Turm zur Burg hinauf. Oben dann lächelte sie mit ihrer Freundin um die Wette. „Echt schön hier“, sagte eine Mutter und bekam viel Zustimmung, denn der Burgplatz hat jetzt, neben seiner ruhigen Beschaulichkeit, noch eine heitere und abenteuerliche Seite hinzugewonnen.

Ute Lipperheide
Ute Lipperheide Emder Zeitung
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