Haben Sie mal darauf geachtet, was passiert, wenn Fußballer nach einer Niederlage pflichtschuldig zu ihren Anhängern in die Kurve schleichen müssen? Haben Sie gesehen, was den Sportlern da geschieht? Sie werden aufs Übelste beschimpft, ihnen werden Fäuste entgegen gereckt, manchmal mit dem Finger an der Kehle noch Schlimmeres angedroht. In den Gesichtern der überwiegend jungen Menschen blanker Hass. Und die Profis, die – wenn sie Glück haben – viel Geld verdienen, müssen das alles über sich ergehen lassen. Gehört zum Geschäft, wird dann gerne empathielos kommentiert. Wenn aber Sport ein Spiegel der Gesellschaft ist, sind wir wirklich weit gekommen. Denn es passiert ja längst nicht nur im Sport, auch auf anderen Ebenen unserer unterm Strich vergleichsweise noch immer gut funktionierenden Demokratie ist da schon einiges aus dem Ruder gelaufen. Nein, die Politik allein ist nicht schuld daran. Falsche Entscheidungen der Regierung sind kein Grund, Menschen mit anderer Meinung niederzubrüllen, Scheiben einzuschlagen oder Eigentum anderer mit Farbe zu beschmieren. Wir alle sind schuld. Wir können nicht mehr richtig miteinander. Es wäre wirklich schön, wenn wir das 2024 ändern würden.
Kommentar zum Jahreswechsel von Jens Voitel Schön, wenn wir das ändern würden
Aggressionen entladen sich immer häufiger in gewaltätigen Auseinandersetzungen.
dpa
