Hinte - Wenn es um das Essen in den Hinteraner Schulen und Kitas geht, dann will die Gemeindeverwaltung alles richtig machen und noch mehr auf die Qualität der Speisen achten. Dafür wurde nun in Zusammenarbeit mit den Leitungen der Kitas und Schulen, dem Mensa-Personal und den Elternvertretern ein Konzept erstellt, das als wegweisend für die künftige Schulverpflegung in der Gemeinde gelten soll. Eines wurde dabei schnell klar: Die Gemeinde muss Geld in die Hand nehmen.
Weniger Fleisch
Denn das neue Konzept mit dem Titel „Qualitätsstandards der Verpflegung in den Kindertagesstätten und Schulen in der Gemeinde Hinte“ soll schon ab August gelten. Ziel ist es, ein „Essen anzubieten, das gleichermaßen gesundheitsfördernd und nachhaltig ist – aber auch schmeckt“, erklärte Sascha Ukena aus der Verwaltung im Ausschuss für Bürgerservice am Dienstagabend. Dazu soll es in den Schulen täglich zwei Gerichte zur Auswahl geben, davon ein vegetarisches. In den Kitas soll nur ein Gericht angeboten werden. Allerdings mit der Option, eine vegetarische Komponente statt Fleisch zu nehmen. Grundsätzlich soll es nur noch ein Fleisch- und ein Fischgericht pro Woche geben.
Kinder einbeziehen
An mindestens vier von fünf Tagen schreibt das Konzept ein ausreichendes Obst- und Gemüseangebot vor. Damit Kinder und Jugendliche mehr Berührungspunkte mit der Schulverpflegung haben, sollen sie für die Lebensmittelhygiene sensibilisiert und in die Zubereitung der Speisen einbezogen werden. Außerdem soll es ein Lob- und Kritik-Verfahren geben, bei dem die Kinder mit über die Qualität des Essens abstimmen. Und auch der Bestellvorgang wird digitalisiert mittels einer speziellen Software. Die Gestaltung des Speiseplans, der immer für eine Woche gilt, muss kindgerecht erfolgen.
Keine Verschwendung
Die Wiederverwertbarkeit von Speisen, die noch nicht ausgegeben wurden, ist Bestandteil des Konzeptes. Und bei den Getränken ist weniger süß angesagt. So lautet das Angebot Wasser, Schorle oder ungesüßter Tee.
Um die Umsetzung der Qualitätsstandards zu gewährleisten, will die Verwaltung eine neue Personal-Stelle schaffen. Unter dem Titel „Verpflegungsbeauftragte/r“ soll eine Fachkraft eingestellt werden, die 20 Stunden pro Woche beschäftigt ist. Sie soll den gesamten Prozess verantworten, die Qualität und die Umsetzung des Konzepts im Blick haben und ist letztlich auch für das Personal verantwortlich. Etwa 25 000 Euro wird die Gemeinde diese Position pro Jahr kosten. „Wir fangen mit 20 Stunden an und sehen dann, ob wir mehr brauchen“, erklärte Ukena.
Doch mit der neuen Stelle ist das Konzept noch nicht umgesetzt. Es fehlt auch an Personal in den Mensen. So müssen mindestens in der Kita Loppersum zusätzliche Mitarbeiter gefunden oder die Stundenzahlen erhöht werden. Hier rechnet die Verwaltung mit 20 000 Euro an zusätzlichen Kosten. In dieser Kita werden täglich 77 Kinder täglich verpflegt. Und in der Kita Hinte ist schlichtweg kein Platz für ein vernünftiges Essenangebot, nur acht Quadratmeter stehen zur Verfügung. Es müssen aber täglich 82 Kinder versorgt werden. Dort wird von der Gemeinde ein Anbau vorgeschlagen. Rund 400 000 Euro wären dafür notwendig.
In der Kita Osterhusen essen täglich 37 Kinder, in Westerhusen sind es 56. Anders sieht es dagegen in den Grundschulen aus. So sind es in Hinte 132 Kinder pro Woche, in der Grundschule Loppersum dagegen 225 Kinder. Der Ausschuss brachte das Konzept am Dienstag mehrheitlich auf den Weg.
