Krummhörn - Geschlossenheit symbolisieren, das war den Vertretern der Kommunen, Verbände und Fischerei wichtig, als sie am Dienstag den „Zukunftspakt Küstenfischerei 2050“ präsentierten. Landräte, Bürgermeister, Touristiker und Fischer, die Liste der Unterzeichner ist lang und durchaus beeindruckend. Gemeinsam setzen sie sich für den Erhalt der Fischerei an der Küste ein und betonen dabei, wie wichtig dieser Wirtschaftszweig mit all seinen nachgelagerten Bereichen für Ostfriesland ist. Auslöser war der EU-Aktionsplan, der als eine Maßnahme das Verbot bodenberührender Fischerei in Schutzgebieten vorsah.
Vorreiterrolle für Regionen
Schon jetzt gilt der Zukunftspakt als Vorreiter und könnte weitere Bereiche an der deutschen, nicht zuletzt aber auch die niederländische und dänische Küste einschließen. An einer Übersetzung in die englische Sprache werde bereits gearbeitet, hieß es am Dienstag. Denn der Pakt, der aus einem dreiseitigem Forderungskatalog besteht, soll bis nach Brüssel zur Europäischen Union reichen. „Wir müssen endlich ins Agieren kommen und nicht immer nur reagieren“, betonte deshalb Jemgums Bürgermeister Hans-Peter Heikens im Pressegespräch. Er und seine Amtskollegen Hilke Looden (Krummhörn) und Jürgen Peters (Neuharlingersiel) sind es federführend gewesen, die sich gemeinsam mit den Fischern auf diesen Pakt geeinigt haben. Denn es sind eben vor allem die Fischer in den Häfen von Greetsiel, Ditzum und Neuharlingersiel, die von den Verboten und Kürzungen getroffen werden. Doch nicht nur sie leiden unter den Folgen. Letztlich trifft es alle Fischer und anhängende Betriebe an der deutschen und europäischen Nordseeküste.
Stellenwert hervorheben
Um den Stellenwert der Fischerei hervorzuheben, haben die Unterzeichner die wirtschaftliche Bedeutung für die Küste dargestellt. So geht es neben den Fischereibetrieben selbst eben auch um Betriebe und damit Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt mit der Fischerei verbunden sind. Und es geht um den Tourismus. Hier spricht das Bündnis von einem „maritimen Erbe“. Denn die „Küstenfischerei ist einer der größten Attraktionspunkte für Touristen“, heißt es.
Die Möglichkeit, Fischer bei ihrer Arbeit zu beobachten oder an Fangausfahrten teilzunehmen, bietet „einzigartige und unvergessliche Erlebnisse für Besucher“.
Inwieweit Fischerei und Tourismus voneinander abhängen, macht die Zukunftsorientierung beider Wirtschaftszweige deutlich. So soll eine nachhaltige Partnerschaft zwischen beiden Sektoren aufgebaut werden. „Eine planbare, verlässliche und professionelle Fischerei ist entscheidend, um die Attraktivität Ostfrieslands und der gesamten deutschen Nordseeküste als Tourismusdestination für die kommenden Jahre zu gewährleisten“, heißt es in dem Papier.
Verantwortung für Naturraum
Nicht zuletzt geht es aber auch um die Verantwortung für den Naturraum Wattenmeer als Grundlage von Küstenfischerei, Naturschutz und Tourismus. „Die Küstenfischerei ist Fürsprecherin für ein intaktes Ökosystem an unserer Küste. Ein gut geschütztes Wattenmeer ist Voraussetzung und Grundlage für Fischerei“, sind die Unterzeichner überzeugt.
Um die im Forderungskatalog aufgelisteten Punkte auch weiterzutragen, wird jetzt nach einer gemeinsamen Stimme gesucht, die das Anliegen des Zukunftspaktes über das Land nach Berlin und schließlich in Richtung Brüssel kommuniziert. „Das ist ein Anfang und wir machen weiter für unsere Region“, zeigte sich Hilke Looden überzeugt.
