Emden - Der Nachbau eines historischen Krans als Ergänzung für das Delftspucker-Trio lässt weiter auf sich warten. Das verärgert Stifter Renko Menke, der sich von der Stadtverwaltung ausgebremst, wenn nicht sogar unfair behandelt fühlt. Grund dafür ist ein Brief aus dem Vorstandsbüro von Ende Februar, in dem er aufgefordert wird, Pläne einzureichen, die „auch einer bauordnungsrechtlichen, einer bauplanungstechnischen sowie einer verkehrstechnischen Überprüfung standhalten können“. Außerdem wird er in dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, um „Übersendung eines detaillierten, konkreten Finanzierungsplans“ gebeten. Art und Weise und nicht zuletzt der Ton des im Behörden-Sprech formulierten Briefes sind dem 85-Jährigen sauer aufgestoßen. „Ich habe doch die von einem Architekten gezeichnete Skizze eingereicht und die 50.000 Euro sind auf dem Konto und können sofort überwiesen werden“, sagt Menke im Gespräch mit dieser Zeitung.
Unterstützung zugesagt
Der Stadt dagegen ist die „Skizze nicht konkret genug“, heißt es in dem Brief aus der Feder von Dennis Igelmann, Referent von Oberbürgermeister Tim Kruithoff. Menke dagegen berichtet von einem persönlichen Gespräch mit dem OB von vor über einem Jahr. „Da hieß es, ich solle einen Bauplan einreichen, damit der zuständige Fachdienst den Kranbau prüfen könnte.“ Dass er als Stifter, der 30.000 Euro aus seiner Privatschatulle gibt, um seiner Heimatstadt ein Geschenk zu machen, nun für „Ausführungspläne sowie einen exakten Standortplan“ sorgen soll, verblüfft ihn. „Mir wurde im persönlichen Gespräch umfassende Unterstützung zugesagt, wenn ich den Kranbau finanziere“. Das sei ihm auch gelungen, weil die ten Doornkaat Koolman-Stiftung aus eigenem Antrieb den noch fehlenden Betrag in Höhe von 5000 Euro zugesagt habe.
Fest stehe aus Menkes Sicht, dass der Kran in unmittelbare Nähe der Delftspucker-Skulpturen Hinni, Joke, Jan gehört. „Den optimalen Standort für den Kran zu finden, ist aber doch Sache der Stadt“, findet Menke. Verwundert ist er auch, dass es seitens der Stadt zunächst geheißen habe, die eingereichte Skizze sei in der Verwaltung nicht auffindbar. „Daraufhin habe ich den Plan ein zweites Mal verschickt.“ In dem Brief werde hingegen ausdrücklich betont, dass der Plan bereits vorliegt. „Dieses Hin und Her kostet nur Zeit“, sagt der Stifter.
Auf dem Silbertablett
Renko Menke sagt, seine Kritik öffentlich zu machen, sei nicht „aus düllem Kopf heraus“ entstanden. „Ich habe das Schreiben mehreren Leuten vorgelegt und um ihre Meinung gebeten“, sagt Menke. Tenor sei gewesen: Den Brief hätte sich die Verwaltung sparen können, schließlich bekommt sie eine Attraktion auf dem Silbertablett serviert.
Der in Uphusen lebende Maschinenbau-Meister möchte nun die Ratsfraktionen ansprechen und hofft, dass sein im Dezember 2021 vorgeschlagenes Projekt doch noch Fahrt aufnimmt. Menke: „Das Geld ist da und der Kranbauer wartet auf grünes Licht. Der Kran hätte längst stehen können.“
