Artikel „Kein Geheimplan für mehr 30er-Zonen in Emden“

„Emden neu denken“, so oder ähnlich lautete die Aussage unseres Oberbürgermeisters im Zusammenhang mit Inhalten zur Stadtentwicklung vor einigen Monaten. Was verbirgt sich denn eigentlich hinter dieser Aussage, wenn sie nicht nur als Schlagwort gedacht war? Ich persönliche verstehe darunter weitreichende Veränderungen in vielen Bereichen. Diese Aussage war als ein Appell an die Emder Bevölkerung gerichtet und bedeutet nach meinem Empfinden, sich freizumachen von üblichen, vielleicht liebgewonnenen oder auch alt hergebrachten Zuständen und Eigenschaften.

Wenn ich nach Lesen des Artikels „Kein Geheimplan mehr für 30er-Zonen“ (Emder Zeitung, 2. November) allerdings diese Aussage in einen Kontext zum „neuen Denken“ stelle, bin ich arg verwundert über die äußerst vorsichtigen Aussagen aus der Verwaltung. Das Foto im Artikel zeigt einen Teil der Ringstraße, die vom Delft bis zum Wall über eine große Anzahl von Fußgängerquerungen verfügt und geradezu prädestiniert scheint für eine Straße mit 30er-Tempo. Insbesondere zwischen den Ampelanlagen „Große Straße“ und „Wasserturm“ wird – auch um die Grünphasen „zu schaffen“ – häufig deutlich schneller als die erlaubten 50 km/h gefahren. Ich möchte sogar so weit gehen, ein Plädoyer zu halten für einen Kreisverkehr anstelle der Ampelkreuzung Große Straße/Ringstraße. Es dürfte angesichts der Umgestaltung der Bereiche Neutorstraße/Am Delft klar sein, dass der Verkehr auf dem „Innenring“ Ringstraße nicht geringer wird und ich meine, hier neu zu denken, ist mehr als nötig und passt doch perfekt zu der Aussage des Stadtplaners Malzahn in besagtem Artikel, in dem er eine Verkehrswende in Zusammenhang mit den Themen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung sieht.

Was spricht denn dagegen, die Steilvorlage des Gesetzgebers zur Einrichtung u.a. von 30er-Zonen im genannten Bereich möglichst zeitnah in Gang zu bringen? Da die Verwaltung in Emden sehr fähig scheint, Fördermittel für alle möglichen Bereiche zu akquirieren, sollte es doch möglich sein, auch für einen ersten Kreisverkehr an der Kreuzung Großen Straße/Ringstraße Mittel zu erhalten.

Das wäre jetzt zwar nicht „neu gedacht“, jedoch ein erster und wichtiger Impuls für Maßnahmen nach dem neuen Straßenverkehrsgesetz. Nicht nur die Anwohner würden dankbar sein, es käme einem Schritt Richtung Verkehrswende in Emden gleich.

Udo Rosenboom Emden

Künftig nicht nur für Lastwagen? 30er-Schild in der Ringstraße.

STADT BEGRÜSST GESETZESREFORM Kein Geheimplan für mehr 30er-Zonen in Emden

Jens Voitel
Emden