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Reformierte Kirche in Wolthusen Lösung für marodes Gemeindehaus nicht in Sicht

Derzeit etwas ratlos: der stellvertretende Kirchenratsvorsitzende Albert Ohling und Pastorin Frauke Focke vor dem Gemeindehaus aus dem Jahr 1913.

Derzeit etwas ratlos: der stellvertretende Kirchenratsvorsitzende Albert Ohling und Pastorin Frauke Focke vor dem Gemeindehaus aus dem Jahr 1913.

Jens Voitel

Emden - Für das marode und auf längere Sicht kaum mehr tragbare Gemeindehaus der reformierten Kirche in Wolthusen ist eine Lösung nicht in Sicht. Die Hoffnung des Kirchenrates, eine Sanierung möglicherweise im Verbund mit den geplanten Umbauarbeiten der benachbarten Grundschule umsetzen zu können, scheint derzeit wenig realistisch. Und allein kann die Gemeinde die dringend notwendigen Arbeiten nicht stemmen. Allerdings zeigt die Stadt Interesse am Kauf des Kirchengrundstückes. Was das wiederum für das Gemeindehaus aus dem Jahr 1913 bedeuten könnte, ist unklar. Droht jetzt doch ein Abriss?

Zu kalt

So weit will Pastorin Frauke Focke noch nicht gehen. Zwar sei im Kirchenrat und in der Gemeindevertretung in der Vergangenheit tatsächlich auch schon mal über die Möglichkeit eines Verkaufs diskutiert, konkret ist das Thema aber nicht verfolgt worden. Zu wichtig ist das Gebäude an der Wolthuser Dorfstraße für das Gemeindeleben. Im Gemeindehaus treffen sich sowohl interne als auch externe Gruppen, zudem finden dort derzeit die Gottesdienste statt, weil es in der Kirche wegen der Energiesparmaßnahmen zu kalt geworden ist. Allerdings ist das Haus bereits stark versackt, überall sind entsprechende Risse zu beklagen und die Isolierung der Räume ist kaum der Rede wert.

Nicht einig

Frauke Focke und der Kirchenrat hatten gehofft, dass man sich vielleicht mit der Stadt über eine wie auch immer geartete Kooperation einigen könnte. Sollte die Stadt die Grundschule um- und ausbauen, könne man sich möglicherweise über eine gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten einigen, wie auch immer. So zumindest eine der Ideen. Die Stadt hat derzeit allerdings ganz andere Probleme: Zwar ist sie vom Land verpflichtet worden, alle Grundschulen für eine ganztägige Betreuung auszustatten, doch über die Finanzierung ist man sich bis heute nicht einig. Die Stadt Emden, aber auch andere Kommunen, halten es inzwischen für völlig unrealistisch, die Umbauten, wie gefordert bis 2026 durchzuführen. Es fehlen nicht nur die entsprechenden Richtlinien, sondern auch die Fördergelder des Landes.

Nur suboptimal

„Für die Grundschule Wolthusen gilt, dass sie ohnehin Um- und Erweiterungsbaubedarf hat, da der Altbau in Teilen aufgrund des Brandschutzes derzeit nicht nutzbar ist“, räumte der zuständige Fachdienstleiter Schule, Bildung, Sport, Michael Groeneveld, auf Anfrage dieser Redaktion ein. Gemeint ist das Obergeschoss des alten Gebäudekomplexes. „Auch zerteilt der Altbau den Schulhof in zwei Teile, was suboptimal ist und was wir perspektivisch gerne ändern würden.“ Die Rede ist von Anbauten und einer Mensa. Deshalb schielt man seitens der Stadt auch auf das Nachbargrundstück der Kirche.

Geht auch ohne

„Wenn nun die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde sich entschließen würde, der Stadt Emden das Grundstück zu veräußern, würde die Verwaltung das sehr begrüßen, da es erweiterte Entwicklungsmöglichkeiten für den Schulstandort Wolthusen insgesamt eröffnet“, so Fachdienstleiter Groeneveld. Er sagt aber auch: Die Entwicklung in Wolthusen geht auch ohne, was bedeutet: auch ohne das Gemeindehaus.

Für die Pastorin ist nun zumindest ein kleiner Schritt gemacht worden: Ein Gutachten zum Ist-Zustand des Gemeindehauses liegt jetzt vor. Für Frauke Focke könnte das die Basis für weitere Überlegungen und Gespräche sein. Das Gutachten sei der Stadt in diesen Tagen vorgelegt worden.

Jens Voitel
Jens Voitel Emder Zeitung
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