Emden - Maritime Blickfänger sind für eine Hafenstadt unverzichtbar – erst recht, wenn sie, wie Emden, touristisch punkten will. Zwei mit der Seefahrt eng verbundene Deko-Objekte in der Innenstadt befinden sich in der Obhut des Nautischen Vereins: die Ansteuerungstonne Westerems auf der Rasenfläche neben der Faldernbrücke und der Fahnen- oder Signalmast neben dem Hafentor. Letzterer wird zurzeit für einen niedrigen fünfstelligen Betrag überarbeitet.
Morsche Teile erneuert
„Wir sind dabei, den Mast umfangreich zu sanieren“, sagte Frank Wessels, Vorsitzender des Nautischen Vereins, im Gespräch mit der Emder Zeitung. Die hölzerne Anlage, die seit mindestens 30 Jahren vom Verein betreut wird, ist Wind und Wetter ausgesetzt. Und das hat im Laufe der Zeit Auswirkungen auf das Material. Ein komplett neuer Anstrich ist bereits aufgetragen worden. Jetzt geht es noch darum, morsche Holzteile auszutauschen. Laut Wessels war der Mast seinerzeit auf Initiative von Dr. Erich Brüggemann aufgestellt worden. Der Rechtsanwalt und Notar – er starb 1994 – hat in vielerlei Hinsicht das Stadtbild geprägt. Auf seine Initiative gehen die Aufstellung des Fürbringerbrunnens im Stadtgarten, die Kanonen am Falderndelft, das Feuerschiff „Amrumbank“ und der Seenotrettungskreuzer „Georg Breusing“ im Ratsdelft sowie die Denkmallok am Bahnhof zurück. Nach Brüggemann ist ein Abschnitt der Delftpromenade benannt (Dr. Erich-Brüggemann-Ufer).
Dass der Betrag für die Auffrischung des Mastes inklusive der Takelage nicht ganz niedrig ist, begründete Wessels damit, dass „viel Handarbeit und Manpower“ erforderlich sei, um die Arbeiten zu erledigen. Spätestens im Frühjahr soll der Fahnenmast wieder wie neu aussehen und genutzt werden. Dort können Unternehmen über eine Jahrespauschale einen Platz in luftiger Höhe mieten.
„Highlight für Emden“
Dann wird die jeweilige Firmenfahne jeden Morgen gehisst und jeden Abend niedergeholt. Die Einnahmen fließen in die Kasse des Nautischen Vereins. Der Fahnenmast ist „ein Highlight für Emden“, findet Frank Wessels. Und tatsächlich ist er an seinem Platz zwischen dem historischen Hafentor und den nicht nur von Touristen belagerten Fischbuden nicht mehr wegzudenken – für Einheimische und Urlauber gleichermaßen. Wie die ausgemusterte Ansteuerungstonne Westerems, die Auszubildende von Niedersachsen Ports und dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt gerade erst in einem Gemeinschaftsprojekt neu konserviert haben. Dafür hatte es auf der jüngsten Generalversammlung des Nautischen Vereins ein Extralob gegeben.
