Emden - Erst einmal kein grünes Licht für Bootsführer an der Neutorswallpiepe: Die Brücke im Bereich der Wallanlagen in Höhe der Auricher Straße bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Das bestätigte Wolfgang Fecht, zuständiger Abteilungsleiter beim Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE), auf Nachfrage dieser Redaktion.
Seit Oktober vergangenen Jahres ist die Durchfahrt für Wasserfahrzeuge auf diesem Teil des Hinter Tiefs untersagt.
Marode Stirnwand
Aus diesem Grund ist auf den Kanälen im Stadtgebiet eine Umleitung ausgeschildert. „Wir sind momentan in der Abstimmung, ob die Möglichkeit eines Provisoriums besteht“, sagte Fecht. Fakt ist: Nicht die gesamte Brücke ist marode, sondern eine Stirnwand, die sich vom Gewölbe löst.
Der Schaden war bei einer routinemäßigen Kontrolle festgestellt worden. Bereits im Oktober hatte der BEE die Idee aufgeworfen, ein Netz vor die bröckelnde Stirnwand zu spannen, um so eine weitere Durchfahrt zu ermöglichen. Dazu gibt es aber noch keine Entscheidung.
Untersuchungsbericht
Seit Herbst ist das Papenburger Ingenieurbüro W. Grote mit der Untersuchung des Bauwerks betraut. In der Zwischenzeit hat das Büro laut Fecht einen kompletten Untersuchungsbericht geliefert, inklusive einer Schadensliste und einer Einstufung. Darauf wollte der BEE zunächst nicht eingehen und verwies auf die anstehende Erörterung mit den externen Fachleuten. Darüber hinaus werde das Bauwerk regelmäßig auf Veränderungen vermessen, sagte Fecht.
Termin steht noch aus
Einen Termin für die Reparatur der 1798 errichteten, denkmalgeschützten Bogenbrücke (von diesem Typ existieren sechs in Emden) gibt es noch nicht. Auch die Höhe der Kosten ist nicht geklärt. Dazu sind laut Fecht „weitere Untersuchungen erforderlich“. Entscheidende Gespräche dazu sind für den Februar geplant. Dann soll auch die weitere Vorgehensweise geklärt werden.
Die Neutorswallpiepe gehört zu den ältesten Brücken in der Stadt. Noch deutlich älter soll die Blumenbrücke (im Volksmund: Kauschietenpiepe) sein. Sie wurde angeblich um 1620 gebaut. Eine Liste mit sämtlichen Altersangaben zu den über 100 Brücken im Zuständigkeitsbereich des BEE liege allerdings nicht vor, erklärte die Stadt auf Nachfrage.
