Emden - Die Polizei hat die Ruine des abgebrannten Gebäudes im Van-Ameren-Bad wieder freigegeben. Ein Ergebnis steht damit auch fest: Es war Brandstiftung! Details nannten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag allerdings nicht. Die Untersuchungen der Brandermittler gelten – zumindest vor Ort – als abgeschlossen. Jetzt kann der Förderverein konkret an einem Notbetrieb des Bürgerbades arbeiten. Für einen Notbetrieb muss das zu einem Großteil fast völlig zerstörte Freibad-Gebäude, in dem die Kasse, die Umkleiden und Vorratsräume untergebracht waren, abgeriegelt und gesichert werden. Eine Spezialfirma und einige Vereinsmitglieder haben damit am Dienstag bereits begonnen. Duschen, Sanitärräume und die sogenannte Wärmehalle sind durch Ruß und Qualm ebenfalls stark beschädigt. Der geplante Notbetrieb hängt nach Angaben des Vereins jetzt noch von der Freigabe und möglichen Auflagen der Behörden ab. Dennoch wurden gestern bereits fünf Container auf der Rasenfläche des Freibades nahe der Jugendherberge aufgestellt – mit Toiletten, für Umkleiden und ein Büro für die Schwimmmeister.
Badewasser ist bereit
„Die gute Nachricht: wie durch ein Wunder ist unser Schwimmbecken samt der neuen, mühevoll finanzierten und eingebauten Beckenfolie durch den Brand nicht beschädigt worden“, so Vereinssprecherin Nina Hofmann. Wie bereits der ehemalige Technik-Chef Peter Kurzak vor einigen Tagen gegenüber unserer Redaktion bestätigt hatte, sind auch weder Löschwasser noch andere Verunreinigungen ins Badewasser gelangt. Jetzt heißt es wieder: „Das Wasser wird weiterhin umgewälzt und gefiltert und unsere Fachkräfte sind vor Ort und überwachen die Wasserqualität.“ Die Technik ist also auch intakt. Damit wäre ein Badebetrieb zumindest theoretisch sofort wieder möglich. „Wenn wir dürfen, geht es wieder Montag los“, sagte Vereinsvorsitzende Gudrun Schöttes. Ob es so kommt, entscheidet sich in den kommenden Tagen. Die Vorsitzende lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die enge und gute Zusammenarbeit mit der Stadt. „Alle unterstützen uns.“
Große Spendensumme
Die Anmietung der Container muss der Verein nach derzeitigem Stand allerdings selbst übernehmen. Auch die Absicherung der Brandstelle, die Beheizung des Wassers ohne die bei dem Brand zerstörte Solar-Anlage, also mit Gas, die Reparaturen an den technischen Einrichtungen und die Wiederbeschaffung benötigter Betriebsmittel will der Verein aus den eingegangenen Spenden bezahlen. Bis Dienstag sind immerhin fast 272 .000 Euro über gleich drei Spendenkonten eingegangen. Die laufenden Kosten sollen dagegen aus Rücklagen des Vereins bestritten werden, das sind unter anderem Personalkosten, Energiekosten und die Kosten für den Wasserverbrauch.
Stadt ist Eigentümer
Wie der Förderverein mitteilte, sind alle Gebäude des Freibades von der Stadt über die Ostfriesische Brandkasse versichert. Die Stadt hatte zwar das gesamte Freibad an den Förderverein übergeben, blieb aber Eigentümer. „Alles, was sich in den Gebäuden befand und befindet sowie auch die Solarthermieanlage, die auf dem Dach aufgebaut war, gehörte dem Förderverein“, sagte Nina Hofmann. Für dieses Inventar habe der Verein eine eigene Versicherung abgeschlossen. Die jetzt eintretenden Umsatzeinbußen sind aber nicht versichert. Die Umsätze kamen über die Eintrittsgelder, die Werbung und die vier Musikabende im August.
Das „Mitternachtsschwimmen“ wird nach Stand der Dinge auch in diesem Jahr stattfinden. Da sind sich alle sicher. Start: 4. August. Auch daran arbeitet der Verein mit Hochdruck. Obwohl: „Wir haben für diese Veranstaltung nichts mehr – keine Spülmaschine, keine Gläser, nichts“, sagte Nina Hofmann, um gleich hinterherzuschieben: „Das kriegen wir aber alles hin.“ Und die für die vier Freitage bereits engagierten Bands bleiben auch am Ball. Sie stünden „stand by“.
Mitglieder entscheiden
„Alle Entscheidungen über den weiteren Fortgang werden wir in die Hände unserer Mitglieder legen“, betonten die Vereinssprecherin und die Vorsitzende. Hierzu werde man in den nächsten Wochen eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Wie die nach der Brandkatastrophe eingegangenen Spendengelder zum Erhalt des Bürgerbades eingesetzt werden, soll die Hauptversammlung des Fördervereins entscheiden. „Hier wird es voraussichtlich darum gehen, sich an dem Wiederaufbau der Gebäude zu beteiligen und das Bad insgesamt zu modernisieren“, sagte Nina Hofmann. Es haben sich sogar schon einige Architekten angeboten, Pläne zu machen. Das werde man aber alles zusammen mit der Stadt vorantreiben, sagte Gudrun Schöttes.
