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Historisches Gebäude in Greetsiel Neuer Anlauf für Verkauf von „Poppinga’s Alte Bäckerei“

Soll auch weiterhin verkauft werden: „Poppinga’s Alte Bäckerei“ mitten im Greetsieler Ortskern.

Soll auch weiterhin verkauft werden: „Poppinga’s Alte Bäckerei“ mitten im Greetsieler Ortskern.

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Krummhörn - „Poppinga’s Alte Bäckerei“ mitten in Greetsiel wird erneut zum Verkauf ausgeschrieben. Auch wenn in der ersten Bieterrunde am Ende kein Interessent übrig geblieben ist, will die Gemeinde an der Veräußerung der als Filetstück geltenden Immobilie im Fischerdorf festhalten. Und zwar mit veränderten Rahmenbedingungen, wie Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) im Jahrespressegespräch deutlich machte.

Ursprünglich war der Verkauf an ganz bestimmte Bedingungen geknüpft. So gab es ein Mindestgebot von 600. 000 Euro im Bieterverfahren. Wer den Zuschlag erhalten wollte, musste neben dem Kaufangebot auch ein Konzept zur künftigen Nutzung mit einreichen. Denn die Gemeinde wollte ganz genau wissen, was mit dem Gebäude passiert. Bedingung war es, dass das Haus weiterhin öffentlich zugänglich ist. Und genau an dieser Formulierung ist wohl auch die Bieterrunde gescheitert. „Das ist leider etwas unglücklich formuliert worden“, sagte die Bürgermeisterin. Letztlich gab es auch nur zwei eingereichte Konzepte. Das Angebot, welches den Zuschlag der Gemeinde erhalten hatte, zog dieses Mitte Januar überraschend wieder zurück.

Zwar strebt die Gemeinde nach wie vor eine ähnliche Nachnutzung an – Jahrzehnte war dort eine Teestube beheimatet – doch es ist nicht mehr zwingend notwendig.

Kein Mindestgebot

Die neue Ausschreibung, die zeitnah erfolgen soll, wird den Interessenten mehr Freiräume lassen.

Auch wird es kein Mindestgebot mehr geben. Die 600 .000 Euro für das Gebäude sind „in der aktuellen Situation auf dem Markt nicht mehr angebracht“, erklärte Looden. Gleichwohl wies sie aber daraufhin, dass das Haus nicht für einen symbolischen Euro an einen Förderverein verkauft werden soll. Ein solcher Förderverein könnte das Gebäude dann betreiben und die Gemeinde wäre Eigner. So funktioniert es auch mit dem Heimatverein, der die Manningaburg und die Pewsumer Mühle betreibt. Diese Möglichkeit schließt sie für die ehemalige Teestube aber aus. „Die Gemeinde wäre dann Träger und müsste Geld in die Sanierung und die Unterhaltung stecken, was sie gar nicht hat“, sagte Looden. „Für die alte Bäckerei ist ein privater Investor besser geeignet.“

Kleines Konzept

Mit der neuen Ausschreibung und den angepassten Bedingungen hofft die Gemeinde endlich auf einen Käufer. Um aber auf die Nachnutzung noch etwas Einfluss zu nehmen, fordert die Verwaltung von Kaufinteressenten jetzt ein „kleines Konzept“, wie es Ina Droll-Dannemann, Leiterin des Fachbereichs Bau und Infrastruktur nannte. Denn ganz aus den Augen lassen will die Verwaltung die künftige Nutzung auch nicht und dabei ein Wörtchen mitreden.

Ob mit kleinem oder großem Konzept, auf den Käufer kommt noch einiges zu. Denn das Gebäude direkt an der Sielstraße ist denkmalgeschützt. Um beispielsweise wieder eine Teestube oder ein Restaurant zu eröffnen, muss erst eine neue Konzession her. Die alte Konzession ist nach Aufgabe der Teestube 2020 abgelaufen. Für eine neue Konzession ist ein Umbau im Innern erforderlich, um den aktuellen Anforderungen für Gaststätten und Teestuben zu entsprechen, vor allem im Bereich der sanitären Anlagen. Diese Umbau-, Ausbau- und Sanierungsarbeiten sowohl im Innen- als auch Außenbereich müssen allerdings mit der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Aurich abgestimmt werden.

Das Gebäude selbst stammt aus dem 17. Jahrhundert. Anfang der 1980 Jahre wurde es restauriert und von 1982 bis 2020 als Teestube betrieben. Die Wohn- und Nutzfläche beträgt 156 Quadratmeter, verteilt auf drei Etagen.

Jens Tammen
Jens Tammen Emder Zeitung (Stv. Leitung)
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