Emden - Knapp drei Jahre nach dem Deckeneinsturz einer Wohneinrichtung für Behinderte in Bedekaspel ist von der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw) nun ein neues Wohnquartier im Emder Stadtteil Harsweg eingeweiht worden. Nachdem die zwanzig Bewohner in den letzten drei Jahren mehrmals umziehen mussten, soll ihnen die neu gebaute Einrichtung in Emden wieder ein dauerhaftes Zuhause bieten. Am Dienstag wurde die Einweihung mit Bewohnern, Mitarbeitern und Gästen gefeiert.
Drei Jahre ohne dauerhafte Unterkunft
Mit der Eröffnung der neuen Wohnstätte endet eine schwierige Zeit für die Bewohner und das Personal. Diese begann, als die Wohnstätte in Bedekaspel nach dem Einsturz einer Zwischendecke unbewohnbar geworden war. Zwar hatte sich der Landkreis Aurich schnell um Lösungen bemüht, dennoch konnte in den letzten drei Jahren keine dauerhafte Bleibe gefunden werden. Die zwanzig Menschen mit Behinderung waren übergangsweise in Norden in einer Flüchtlingsunterkunft und in einem Teil des Norder Krankenhauses untergekommen. Die obw hatte daraufhin angekündigt, eine neue Unterkunft in Harsweg zu bauen. Diese ist nun fertig und wurde inzwischen bezogen. Elf Mitarbeiter kümmern sich dort um die Bewohner.
Die neu gebaute Behinderteneinrichtung umfasst nach Angaben des Architekten Marco Haltenhof insgesamt 900 Quadratmeter auf zwei Etagen. Jeder Bewohner hat ein eigenes, individuell eingerichtetes Zimmer. Dazu kommen zwei Gemeinschaftsräume, zwei Küchen und eine Terrasse. Außerdem gibt es in jeder Etage mehrere Badezimmer mit behindertengerechter Einrichtung.
Neues Heim feierlich eingeweiht
Rund 140 Personen waren nach Einschätzung von obw-Geschäftsführer Jörn Malanowski bei der Einweihungsfeier des neuen Wohnquartiers Harsweg anwesend. Dazu gehörten neben Bewohnern und Personal auch Vertreter der obw, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen sowie der Stadt Emden. Während der Feierlichkeiten hatten sie die Möglichkeit, sich selbst ein Bild vom Innenleben der Wohnstätte zu machen: Die Mitarbeiter führten durch den Neubau und auch die Bewohner selbst gewährten Einblicke in ihre Zimmer.
Jörn Malanowski zeigte sich in seiner Begrüßungsrede erfreut über das große Interesse. Er sprach von einem „riesigen Schock“, der die Bewohner vor drei Jahren durch den Verlust des alten Zuhauses getroffen habe und von einer Zeit der „großen Herausforderungen“, vor denen Bewohner und Personal gestanden hätten. Mit dem neuen Heim soll diese Zeit aber vorbei sein - Malanowski richtete dahingehend hoffnungsvolle Worte an die Bewohner: „Ich hoffe, Sie sind endlich Zuhause angekommen“.
Auch Kerstin Tack, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Niedersachsen, äußerte sich in ihrer Rede optimistisch, dass die neue Einrichtung nicht nur ein Haus für die Bewohner sei, sondern auch zu ihrem Zuhause werde. Sie hob anlässlich des 75-jährigen Jubiläums außerdem die Wichtigkeit des Grundgesetzes hervor, laut dem niemand aufgrund einer Behinderung benachteiligt werden dürfe. Das sei für das neue Wohnquartier Harsweg von besonderer Bedeutung, die dieses Recht umsetzen würde.
