Emden - Die zuletzt als Fährschiff zwischen Emden und Kristiansand in Norwegen eingesetzte „Romantika“ soll noch an diesem Mittwoch den Emder Hafen verlassen. Das kommunizierte zumindest Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) auf seiner Facebook-Seite.
Auslauftermin ungewiss
Eine Nachfrage beim Hafenbetreiber Niedersachsen Ports ergab, dass der genaue Auslauftermin am Vormittag noch unklar war. Sprecherin Dörte Schmitz: „Wir sind mit dem Eigner des Schiffes in Verbindung. Es ist derzeit noch offen, wann das Schiff den Hafen Emden verlässt.“ Am Nachmittag erfuhr diese Redaktion schließlich, dass das Auslaufen für Mittwoch, 18 Uhr, geplant war.
Nach der Insolvenz der Reederei Holland Norway Lines (HNL), einem niederländischen Start-Up-Unternehmen, und der sofortigen Einstellung des Fährbetriebs, hatte die vor 21 Jahren gebaute und 193 Meter lange „Romantika“ zunächst weiter am Internationalen Ro-Ro-Anleger der AG Ems im Außenhafen gelegen. HNL hatte sie von der estnischen Tallink Grupp gechartert. Der Fährverkehr war zunächst ab Eemshaven gestartet, dann angeblich aufgrund von Platzproblemen im niederländischen Hafen nach Cuxhaven und schließlich ab 1. Juni 2023 nach Emden verlagert worden. Am 30. August kam das Aus für die Verbindung nach Norwegen.
Chancen ausloten
Die Reederei war in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten und hatte bei Gericht einen Zahlungsaufschub beantragt. Am Dienstag dieser Woche teilte HNL mit, dass das zuständige Gericht das Unternehmen für insolvent erklärt habe.
Ein Investor, der das Geschäft übernehmen würde, hat sich demnach nicht gefunden.
Tim Kruithoff erklärte über Facebook, die Pleite der Reederei habe ihn „so richtig geärgert“. Allerdings hätten die Akteure in Emden gezeigt, welches Potenzial Emden für eine internationale Fährlinie habe. Die Stadt wolle gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung die Chancen ausloten und „Reedereien ansprechen und versuchen, eine Fährlinie nachhaltig in Emden anzusiedeln“.
Seine Gedanken seien zum einen bei den Beschäftigten des Unternehmens – betroffen sind rund 400 Jobs –, aber auch bei allen HNL-Gästen, die in Vorleistung getreten seien. „Das ist großer Mist“, kommentierte Kruithoff die Situation.
