Emden - Nachdem sich die „Romantika“ am Dienstagnachmittag von Cuxhaven verabschiedet und die letzte Abfahrt der Norwegen-Fähre bei dem einen oder anderen Verantwortlichen dort womöglich auch etwas Wehmut ausgelöst hat, steigt in Emden langsam die Vorfreude auf den neuen Gast im Hafen. Am Donnerstagnachmittag wird die „Romantika“ nun erstmals in Emden erwartet, von wo aus sie die nächsten Monate regelmäßig in Richtung Kristiansand in Norwegen aufbrechen soll. Die Vorbereitungen für die erste Ankunft scheinen weitestgehend abgeschlossen zu sein, zumindest sagen das die zuständigen Stellen, die auf entsprechende Anfragen dieser Redaktion geantwortet haben.
OB begrüßt das Schiff
„Die Ankunft des Schiffes ist uns für 14.30 Uhr am Donnerstag angekündigt worden“, sagte Stadtsprecherin Theda Eilers. Oberbürgermeister Tim Kruithoff sowie einige Vertreter der Stadt werden die Fähre dann zwar nicht persönlich festmachen, wohl aber die Besatzung und die Vertreter der Reederei Holland Norway Lines (HNL) offiziell im Namen der Stadt begrüßen. Auch das soll wohl signalisieren, dass Emden sich über eine längere Zusammenarbeit freuen würde. Bislang ist die Route Emden-Kristiansand-Emden nur für die aktuelle Saison vorgesehen. Dreimal die Woche soll die „Romantika“ bis zum Herbst im Emder Außenhafen festmachen.
Zukunft offen
Die HNL-Reederei wollte ursprünglich vom niederländischen Eemshaven die dort im vergangenen Jahr auch sehr erfolgreich gestartete Verbindung weiter ausbauen. Dann aber ist der Platz im Hafen plötzlich eng geworden, weil sich dort inzwischen nicht nur große Schiffe für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen, sondern auch Flüssiggas-Tanker die Poller teilen müssen. Angesichts der Energiekrise hat da ein Passagierschiff nicht mehr die oberste Priorität. Bislang hat die Reederei HNL aber wiederholt bekräftigt, möglichst wieder nach Eemshaven zurückkehren zu wollen. Dort streitet man sich allerdings seit Wochen über die Ursachen für die Probleme. Dabei geht es auch um den möglichen Bau eines neuen Anlegers für die „Romantika“.
Platz machen
In Emden hat man jedenfalls das Beste aus der Situation machen wollen. Dafür mussten aber noch allerlei Details geklärt werden, weshalb die Fähre zunächst von Cuxhaven aus nach Norwegen fahren musste. Dabei ging es in erster Linie um die Sicherheitsbestimmungen, die für alle Häfen gelten: Dafür ist nun in Emden landseitig ein großer Zaun aufgebaut worden, um die Bestimmungen des ISPS-Code (International Ship and Port Facility Security Code – Internationales Übereinkommen für die Gefahrenabwehr auf Schiffen und in Hafenanlagen) zu erfüllen. Zudem musste der Hafenbetreiber N-Ports die Wasser- und Stromversorgung einrichten und Fender an der Kaianlage anbringen. Deutlich sichtbar auch für den Hafenlaien ist, dass die schwimmende RoRo-Rampe „Nesserland“ schon mal weiter Richtung Ems verlegt worden ist, damit die knapp 200 Meter lange „Romantika“ an der Rampe der AG Ems anlegen kann und dort genug Platz für ihre An- und Ablegemanöver hat. Zudem musste die AG Ems die Fährpläne ihrer Borkum-Fähren und Katamarane mit den Liegezeiten der HNL-Fähre koordinieren. Entsprechendes gilt für die Passagier-Ströme und Parkplätze. „Von uns aus kann es losgehen“, sagte AG Ems-Sprecherin Corina Habben.
Neue Schilder
Die Stadt jedenfalls hat sich auch nicht lumpen lassen. An den wichtigen Einfallstraßen gibt sich Emden jetzt noch weltmännischer: Schilder weisen nun auch in Richtung Norwegen.
