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Ostfriesisches Landesmuseum Emden Schicksal der „Melanie Schulte“ bewegt auch die Jüngeren

Nicht nur die Ausstellung über die Emder Schiffstragödie zieht: Auch die Passionsandachten im Foyer des Ostfriesischen Landesmuseums – wie hier am 1. März – sind gut besucht.

Nicht nur die Ausstellung über die Emder Schiffstragödie zieht: Auch die Passionsandachten im Foyer des Ostfriesischen Landesmuseums – wie hier am 1. März – sind gut besucht.

Gaby Wolf

Emden - Die Sonderausstellung über den Frachter „Melanie Schulte“, der im Dezember 1952 unter nie geklärten Umständen vor der schottischen Westküste verschwand, scheint nicht nur bei den älteren Generationen gut anzukommen. „Wir haben sehr viel Anfragen von den Schulen“, sagte die Direktorin des Ostfriesischen Landesmuseums, Jasmin Alley, jetzt im Emder Kulturausschuss. „Da müssen wir schon gucken, wie wir das hinbekommen.“ Denn parallel stehen gerade weitere neue Aktivitäten an oder sind in Vorbereitung.

Für den Nachwuchs

So soll etwa ab April in Ergänzung zur „Melanie Schulte“-Ausstellung das Thema Schifffahrt extra noch einmal für Kinder und Familien aufbereitet werden. Zuvor geht ab Sonntag, 12. März, an gleicher Stelle für drei Wochen die Ausstellung „Powergirls“ an den Start. Bis zum 2. April zeigt das Museum unter dem Motto „Chancengleichheit“ in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt mehr als 25 gemalte Porträts junger Mädchen aus Ostfriesland und den nördlichen Niederlanden.

Jüdisches Raubgut

Bereits ab Sonntag, 5. März, folgt nach der Amtsketten-Schau in der Reihe „neu erzählt“ nun eine Präsentation aus Anlass des jüdischen Purimfestes (in diesem Jahr am 7. März). Dieses Fest erinnert daran, dass die Königin Esther das jüdische Volk einst vor der Vernichtung im damaligen Perserreich bewahrte, beschrieben im Buch Esther in der Bibel. „Wir zeigen dazu jüdisches Raubgut“, kündigte Alley an. Präsentiert werden sollen demnach Esther-Rollen, von denen anzunehmen sei, dass sie aus der 1938 zerstörten Emder Synagoge stammen.

Besucherzahlen

Bereits gut angelaufen sind offenbar die diesjährigen Passionsandachten zum Thema „Sehnsucht nach Frieden“. Die erste am Aschermittwoch zog laut Alley 100 Besucher ins Museumsfoyer. Auch bei der zweiten am Mittwoch dieser Woche waren die Stuhlreihen ordentlich gefüllt.

Verschwand vor 70 Jahren spurlos: der Emder Frachter „Melanie Schulte“. Bild: Landesmuseum Emden

Verschwand vor 70 Jahren spurlos: der Emder Frachter „Melanie Schulte“. Bild: Landesmuseum Emden

150 Besucher lockte die jüngste Sonntagsmatinée zur „Melanie Schulte“-Ausstellung an. Beim nächsten Podiumsgespräch (5. März, 11.30 Uhr) trifft Edzard Wagenaar im Rummel die Schiffbauingenieurin Ina Teutsch aus Hamburg. Sie forscht über Wellenstatistik und Wellentheorie. Erfreut zeigte sich Alley auch über die allgemeine Resonanz auf die „Melanie Schulte“-Ausstellung. Seit der Eröffnung am 21. Dezember wurden demnach bis jetzt 3715 Interessierte gezählt. Allein bis Ende Januar kamen 2500 Besucher.

Theaterstück

Gezeigt wird die Ausstellung mit dem Untertitel „Schiff, Unglück, Mythos“ noch bis zum 28. Januar 2024. In Gang gesetzt wurde sie durch das Theaterstück, das Museumspädagogin Ilse Frerichs bereits 2020 über die Schiffstragödie geschrieben hat, welche bis heute fest im kollektiven Emder Gedächtnis verankert ist. Wie berichtet, feiert das Stück am 15. April Premiere in der Neuen Kirche. Weitere Informationen sind auf der extra dazu entwickelten Internetseite www.melanieschulte.org zu finden.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung
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