Emden - Mit Otto, dessen Nachnamen Waalkes man nicht nennen muss, weil jeder im deutschsprachigen Raum ihn kennt, verbinde ich einige Erinnerungen. Anlässlich seines 75. Geburtstags am letzten Sonnabend riefen mich Verwandte und Freunde aus Emden an.
Meine Lieblingstante, Dini Tolsma verwitwete Petersen aus Transvaal, wohnte mit Ottos Eltern, Otto und dessen Bruder Karl-Heinz zusammen in einem Haus in der Godfried-Bueren-Straße. Oft war ich bei Tante Dini zu Besuch. Sie war die Witwe vom Bruder meines Vaters, von Heinrich Petersen, der im Zweiten Weltkrieg ums Leben kam. Wie viele Transvaaler Frauen arbeitete auch Tante Dini als Netzstrickerin in der Heringsfischerei. Jahre nachdem mein Onkel Heinrich gestorben war, heiratete sie den Holländer Kornelius Tolsma. Er wohnte mit ihr auf Transvaal und war Künstler und Maler. Ein Teil meiner Familie verbrachte das ganze Leben auf Transvaal.
Henry Petersen ist 1943 in Emden geboren. Heute wohnt er in Köln.
Mit 15 Jahren macht er eine Lehre in der Schiffsausrüstung als Industriekaufmann bei Wienholtz & Becker.
Es folgte eine Anstellung bei den Ford-Werken und Toyota in Köln.
Zuletzt war Petersen beim WDR in Köln tätig, im Vertragsmanagement als Mittelsperson für freie Mitarbeiter.
Ein aufgedrehtes Kind
Otto war schon als Kind so lebhaft und aufgedreht wie man ihn noch heute mit 75 Jahren kennt. Damals malte er vor der Haustür auf die Pflastersteine seine kleinen Ottifanten. Gelegentlich kam Ottos Mutter zu Dini, weil sie eine Pause brauchte von ihrem liebenswerten, aber anstrengenden Sohn. Sie sagte: „Er malt die ganze Treppe und die Straße voll. Der Otto macht mich ganz verrückt…“ Für die Mutter muss es aufreibend gewesen sein, Otto zu bändigen.
Mein Cousin, Waldemar Petersen, arbeitete im Hafen auf den Verladekränen. Wenn er morgens aus der Nachtschicht kam, legte er sich schlafen. Doch die Ruhe war nicht von langer Dauer. Otto saß auf dem kleinen Bunker in unmittelbarer Nähe und spielte auf seiner Gitarre. Waldemar hat Otto mit seiner „Klampfe“ oft vom kleinen Bunker verjagt, damit er weiterschlafen konnte. Damals ahnte niemand, dass einige Generationen weiter jeder Bundesbürger Otto kennen würde.
Wenn ich in Emden war und Granat holen wollte, traf ich gelegentlich Ottos Eltern Arm in Arm bei Fisch Klaassen in der Auricher Straße. Sie wohnten inzwischen in der Nähe vom Schützenplatz in einem Haus, das Otto ihnen geschenkt hatte. Auch Ottos Vater muss eine besonders witzige Ausnahmeerscheinung gewesen sein. Eine Bekannte erzählte, Ottos Vater, der von Beruf Malermeister war, habe ihre Wohnung gestrichen. Er war der witzigste und unterhaltsamste Handwerker, der jemals für sie gearbeitet hat.
Einbruch bei Otto
Zu den Produktionen meines ehemaligen Kollegen beim WDR, Rolf Spinrads, gehörten die ersten Otto-Shows im Fernsehen, die Otto berühmt machten. Die Verträge mit den Schauspielern für die Otto-Show habe ich ausgestellt, Otto aber leider nie persönlich kennengelernt. Ich erzählte Rolf, dass ich gebürtig aus Emden komme, worauf er mir über eine Episode mit Otto berichtete: Rolf und seine Sekretärin folgten Ottos Einladung und besuchten ihn in Hamburg. Einige Tage zuvor ist in Ottos Haus eingebrochen worden. Als Rolf und seine Sekretärin das Haus betraten, sagten sie sinngemäß: Das sieht ja schlimm aus. Was für ein Durcheinander haben die Einbrecher angerichtet. Otto antwortete: „So sieht das immer bei mir aus“.
Wir fragen wieder: Wer erinnert sich an Begebenheiten von früher? Melden Sie sich bei uns. Unsere Mitarbeiterin Iris Hellmich, die diese Serie betreut, ist unter 04921/8900-0 oder per E-Mail zu erreichen.
Mein beruflicher Werdegang hat mich nach Köln geführt, und von hier wandern meine Gedanken aufgrund verschiedener Anlässe immer wieder in meine Geburtsstadt Emden, mit der ich mich ein Leben lang tief verbunden fühle.
