Emden - Einer der ältesten Weggefährten Otto Waalkes’ ist: der Ottifant! Der Legende nach hat er ihn bereits in der Schule gezeichnet, Otto kennt ihn also schon mindestens 60 Jahre lang. Und manchmal, so heißt es zumindest, hat er eine dieser kleinen Zeichnungen gegen ein Pausenbrot eingetauscht, was er inzwischen sicherlich nicht mehr macht. Heute ist der Ottifant in seinen unzähligen Variationen und Ausführungen das unumstrittene Markenzeichen des vielseitig begabten Komikers. Doch einige Ottifanten hat es so noch nicht gegeben: Zum 75. Geburtstag von Otto haben einige Fans und Freunde auf unseren Wunsch zum Filzstift gegriffen, um dem Geburtstagskind eine Freude zu machen. Herzlichen Glückwunsch, Otto!
„Ich kann gar nicht zeichnen“, sagt Eske Nannen, Aufsichtsratsvorsitzende der Emder Kunsthalle. „Aber für Otto mache ich das!“
Jens Voitel
Und das Ergebnis der Aufsichtsratsvorsitzenden der Emder Kunsthalle kann sich doch durchaus sehen lassen.
Jens VoitelEske Nannen
Einen Ottifanten zeichnen? Einfach so? „Ich kann gar nicht zeichnen“, sagt Eske Nannen, Aufsichtsratsvorsitzende der Emder Kunsthalle. „Aber für Otto mache ich das!“ Otto sei der Kunsthalle und ihr seit Jahrzehnten herzlich zugetan. Immer wieder treffen sich die beiden zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten: Otto war bereits vor vielen Jahren einer der Überraschungsgäste auf dem 75. Geburtstag von Kunsthallen-Gründer Henri Nannen, sang Lieder zusammen mit Malschul-Kindern, stellte selbst Bilder in der Kunsthalle aus und bekam nicht zuletzt zusammen mit Eske Nannen einen Orden des Landes Niedersachsen. Das alles verbindet. „Vor allem bewundere ich Otto dafür, dass er seit jetzt fast 60 Jahren auf der Bühne über Generationen hinweg die Menschen begeistert.“ Zu schätzen weiß Eske Nannen auch, dass Otto immer einen engen Kontakt zu seiner Familie und seiner Heimatstadt Emden gepflegt hat und bis heute pflegt. (voi)
So wie es aussieht, ganz ohne Vorlage, dafür auf Hoher See: Oberbürgermeister Tim Kruithoff nutzte die Fährfahrt zwischen Norwegen und Emden, um dem „liebsten Ehrenbürger“ zu gratulieren.
privat
Ein kleines Herzchen für Otto, der seine Heimat weiter im Herzen trägt, darf deshalb natürlich bei Oberbürgermeister Tim Kruithoffs Ottifanten-Version nicht fehlen.
privatTim Kruithoff
Selbst auf hoher See lässt sich Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff auf unser Zeichen-Experiment ein. Unter Zeugen, wie er später versichert, zeichnet er auf dem Weg von Norwegen nach Emden – augenscheinlich ohne Vorlage – einen Ottifanten für das Geburtstagskind Otto. Dazu kam noch ein Gruß vom Verwaltungschef an den bekanntesten Sohn der Stadt. „Liebster Ehrenbürger Otto, bist nicht nur ein Friesenjung, sondern ein Echter Emder Jung. Danke, dass du unsere Stadt weiter im Herzen und in die Welt trägst. Du bist ein Multitalent und ein fester Teil der heimlichen Kulturhauptstadt Ostfrieslands.“ Und dann rief Kruithoff dem Komiker noch zu: „Glück, Liebe, Erfolg, rote Rosen, jeden Tag Schnitzel mit Käse und Gesundheit mögen Dich im neuen Lebensjahr begleiten. Alles Gute zu Deinem 75. Geburtstag!“ (voi)
Mit dem Ottifanten fast so lange verbunden wie sein Schöpfer selbst: Robert Sgrai beim Zeichnen im EZ-Verlagsgebäude.
Axel Milkert
Ottifanten mit Torte, Kerze und Leuchtturm: Robert Sgrai und seine beiden Kreationen zu Ottos Lebensjubiläum.
Axel MilkertRobert Sgrai
Über 20 Jahre hat Robert Sgrai (77) als Grafiker für die Emder Zeitung gearbeitet, mit Otto ist er aber wesentlich länger bekannt. „Wir kennen uns seit über 50 Jahren“, sagt Sgrai. Bis heute tauschen sich die beiden aus, wenn sie an ihren eigenen künstlerischen Objekten arbeiten. Und Robert Sgrai hat für den Transvaaler Jung’ in all den Jahren einiges gemacht, zum Beispiel Kreatives für Premieren von Otto-Filmen geliefert. Ein Glückwunsch-Ottifant geht ihm deshalb leicht von der Hand. Natürlich mit Pilsumer Leuchtturm und Geburtstagskerze. Und ein Extra-Bild hat er sich auch ganz schnell einfallen lassen – was wäre ein 75. ohne Geburtstagstorte?! Was er Otto wünscht? „Wichtig ist, Du bleibst gesund. Und für uns beide hoffe ich, dass wir noch viele kreative Dinge zusammen machen können.“ (axl)
Das ging flott: Als geübte Wolliwood-Postkarten-Zeichnerin hatte Melanie Krickhuhn aus Emden auch den Ottifanten drauf.
Gaby Wolf
Schmatzende Grüße vom frechen Deichschaf: Ohne „Mäh“ von der „Mäh-lanie“ wäre die Ottifanten-Szene nicht komplett gewesen.
Gaby WolfMelanie Krickhuhn
Wer gern im Thiele-Tee-Kontor stöbert, kennt auch die witzigen Wolliwood-Postkarten von Zeichnerin Melanie Krickhuhn (46). Vielleicht aber hätte es ihre frechen Comic-Schafe vom Deich nie gegeben, wenn nicht Otto mit seinen Ottifanten gewesen wäre. So aber entdeckte Krickhuhn, die als Mediengestalterin in der Emder Druckerei Bretzler arbeitet, bereits früh die Lust an schnellen Strichen und witzigen Figuren. „Und ich fand Ottos Schaf-Lied toll.“ Wir erinnern uns: Das erste Schaf hieß Friederich, das war erschreckend niederich … „Darüber habe ich mich schon als Kind scheckig gelacht.“ Klar also, dass Melanie Krickhuhn bei unserer Wir-malen-für-Otto-Aktion dem geforderten Ottifanten noch ein Gratulations-Schaf an die Seite zeichnete. „Otto ist echt klasse. Ich wünsche ihm einfach, dass er so bleibt wie er ist, und dazu ein langes Leben und viel Freude.“ (gwo)
Kaum zu bremsen: Wenn der Emder Wilfried Groenhagen erst mal mit dem Zeichnen loslegt, kommt mehr als ein Ottifant dabei heraus.
Gaby Wolf
Bei Wilfried Groenhagen muss es wimmeln – auch bei der XXL-Geburtstagskarte für Otto.
Gaby WolfWilfried Groenhagen
„Für Otto zum Geburtstag malen? Mache ich sofort! Ottifanten kann ich im Schlaf!“ Wilfried Groenhagen (72) musste nicht lang überlegen, ob er zu unserer Aktion Ja sagt. Und wer den Meister der Wimmelbilder kennt, weiß auch: Wenn Groenhagen, der 25 Jahre lang Anzeichner bei Thyssen war, erst mal loslegt, ist er kaum zu stoppen. Während er so Tierchen um Tierchen hinzufügte, erzählte er von Begegnungen mit Otto aus Jugendtagen, als dieser noch nicht berühmt, aber schon beim Schwimmspaß im Van-Ameren-Bad ein Entertainer war – oder wie Otto vor den Lichtspielen in der Bollwerkstraße einem anderen Jungen half, dessen verlorenes Kinogeld aus dem Gully zu retten. Mit einem Stock und einem drangeklebten Kaugummi. Doch nicht nur wegen der fantasievollen Einfälle findet Groenhagen Otto super. „Er ist einfach ein toller Typ, der immer er selbst geblieben ist.“ (gwo)
Foto: Ute Lipperheide
Lyan Tost
Ein Tag ohne einen Witz von Otto Waalkes? Undenkbar für Lyan Tost aus Bebra in Hessen. Der Elfjährige ist eingefleischter Otto-Fan. „Der mit dem Föhn, der ist auch klasse, oder das mit Hänsel und Gretel.“ Lyan weiß gar nicht, wo er anfangen soll zu erzählen. Seit Mittwoch ist er Besitzer eines knallblauen Plüsch-Ottifanten. Erstmals war er mit seinen Eltern im Emder Otto Huus und natürlich total begeistert. Das hat er auch gleich auf Ottos Geburtstagsgemälde geschrieben. Für ihn ist es eine Ehrensache, einen Ottifanten für sein Idol zu zeichnen. So oft hat er das aber noch nicht gemacht, deshalb schaut er beim Zeichnen auch ganz genau auf seinen Plüsch-Ottifanten. „Ich glaube ich leg den mit ins Bett“, sagt er und betont: „Aber nicht so als Kuscheltier, mehr so zum Spaß.“ (uli)
Foto: Ute Lipperheide
Stefan Tost
Otto ist besser als Medizin, ist Stefan Tost (50) aus Bebra überzeugt. Als er Kind war, hörte er die Otto-Platten rauf und runter. Und wenn er mal das Bett hüten musste, dann gab es Otto nonstop. „Der Vorteil war, ich kannte wirklich jeden Gag.“ Auch die Filme kennt Stefan Tost in- und auswendig. Alles begann mit einem Onkel von ihm, der eine Otto-Platte besaß. „Die mit der Otto-Brille.“ Das war der Beginn einer großen Leidenschaft für den Emder Künstler. „Hilfe, Otto kommt!“ war die erste eigene Kassette, die Stefan Tost besaß. Diese hörte er sich auch noch einmal im Otto Huus in Emden an. Zwei Stunden verbrachten sein Sohn Lyan und seine Frau Denise (47) in dem Museum des Komikers am Ratsdelft. „Otto verbindet, und sogar ich, die in Thüringen aufgewachsen bin, wurde von meinem Mann mit Otto infiziert“, sagt Denise Grunwald-Tost. „Otto, der Film“, das war mein erstes Otto-Erlebnis – und das war noch zur DDR-Zeit in Thüringen.“ (uli)
Foto: Ute Lipperheide
Oliver van Grieken
„Otto, ja klar, den find’ ich gut. Der gehört einfach zu Transvaal dazu“, fällt Oliver van Grieken (30) ein, wenn es um den Emder Komiker geht. Persönlich getroffen hat der Vorsitzende des Bürgervereins und Gemeinwesenarbeiter in Port Arthur/Transvaal Otto Waalkes nur einmal, nämlich in der Kunsthalle. Dahin führte er 16 Transvaaler Damen aus, um die Otto-Ausstellung zu besuchen. „Und als wir gehen wollten, da kam er gerade um die Ecke.“ Ein Erinnerungsfoto mit den Damen, van Grieken und Otto wurde geschossen und dann ging es weiter. Aber eigentlich hat der Transvaaler täglich mit Otto zu tun. „Er ist durch die küssenden Ottifanten auf dem Platz Unner de Boomen seit 1987 immer präsent und es vergeht kaum ein Tag, an dem sich nicht Touristen vor dem Denkmal fotografieren lassen.“ Deshalb ist es auch für van Grieken keine Frage, sich an der Malaktion zu beteiligen und Otto zu gratulieren. „Immerhin, er wird 75 und die Ottifanten sind auch schon 50 Jahre alt.“ (uli)
