Emden - Der erste Schritt auf dem Weg zu einem Emder „Super-Radweg“ für Pendler auf der Hauptachse von Harsweg bis Borssum ist getan. Der Abschnitt Auricher Straße zwischen Autobahn-Abfahrt Mitte und Schützenbrücke – dank Kollaboration mit der Gemeinde Hinte und dem Bundes-Förderprogramm „Stadt und Land“ – ist holperfrei ausgebaut. Jetzt gibt es einen weiteren Etappen-Sieg für das 5,5 Kilometer lange Mammutprojekt: Der als nächstes anvisierte Abschnitt Martin-Faber-Straße ist in das Mehrjahresprogramm des Landes nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aufgenommen worden. Bedeutet: Auch für die fahrradfreundliche Umgestaltung dort winkt finanzielle Unterstützung.
Ingenieurbüro beauftragt
Der Antrag auf Berücksichtigung im Mehrjahresprogramm sei Anfang des Jahres gestellt worden, teilte Fachbereichsleiter Rainer Kinzel (Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz) mit. „In der Zwischenzeit hat die Stadt erfreulicherweise den Bescheid über die Aufnahme erhalten.“ Ein Ingenieurbüro sei nun damit beauftragt, die Planungen weiter zu konkretisieren. „Dies wird für die Anmeldung zum GVFG-Jahresprogramm benötigt“, sagte Kinzel. Sprich: für das nähere Einkreisen des Umsetzungstermins.
aktueller Stand des Ausbaus zwischen Harsweg und Borssum
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Wird als Nächstes ins Visier genommen der Abschnitt Martin-Faber-Straße mit dem für Radler suboptimalen Kreuzungsbereich Friedrich-Ebert-Straße.
Gaby WolfAllerdings wird es noch eine ganze Weile dauern, bis im Abschnitt zwischen Faldernbrücke und Abzweig Friedrich-Ebert-Straße die Baufahrzeuge anrollen. „Mit einer Umsetzung der Maßnahmen wird im Jahr 2025/26 gerechnet“, teilte der Fachbereichsleiter mit. Was auch damit zusammenhängen dürfte, dass speziell im Übergangsbereich zwischen Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße und der Martin-Faber-Straße ein ziemliches Nadelöhr aufzudröseln ist. Denn dort teilen sich Fußgänger und Radfahrer derzeit erlaubterweise den engen Gehweg. Es gebe „erhebliche Mängel in der Radverkehrsführung“, bestätigte Kinzel. Deshalb stehe dieser Abschnitt auch ganz oben auf dem Fahrplan.
Wie berichtet, ist das Langzeitprojekt für eine Komfortstrecke – mit der Pendler zum Umsteigen vom Auto aus Fahrrad bewegt werden sollen – in einer Machbarkeitsstudie in sieben mögliche Abschnitte (A bis G) unterteilt worden. Der Bereich Martin-Faber-Straße „firmiert“ unter Abschnitt D, der bereits erfolgte Ausbau in Harsweg bis zur Schützenbrücke unter Abschnitt A.
Gesetzliche Änderungen
„Für weitere Abschnitte laufen parallele Planungen“, signalisierte Kinzel. „Allerdings bestehen hier noch Herausforderungen, wie etwa die Fertigstellung der Ostumgehung Friesland.“ Zudem stünden grundsätzliche Änderungen beim Straßenverkehrsgesetz (StVG) und entsprechend in der Straßenverkehrsordnung (StVO) bevor. Diese sollen laut Bundesverkehrsministerium so angepasst werden, „dass neben der Flüssigkeit und Sicherheit des Verkehrs die Ziele des Klima- und Umweltschutzes, der Gesundheit und der städtebaulichen Entwicklung berücksichtigt werden“. Dazu gehören zum Beispiel Erleichterungen für Kommunen, Sonderfahrstreifen und Tempo-30-Zonen einzurichten. Kinzel: „Hier wird am Jahresende mit einer Entscheidung gerechnet – erst dann lässt sich das weitere Vorgehen konkretisieren.“
Was das Thema Fördertöpfe anbelangt, so bestehe speziell im Bereich Borssum die Option, eine Umgestaltung des Radweg-Bereichs entlang der Hauptachse Petkumer Straße über das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ umzusetzen. Für den Bereich Neutorstraße ist bekanntlich nach dem Verkehrsversuch eine Umgestaltung im Rahmen des Förderprogramms Innenstadt vorgesehen.
