Emden - Die „Powergirls“ bescheren dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden dieser Tage reichlich Zulauf. „Schon in der ersten Woche waren zwei Gruppen im Museum, die extra wegen der Powergirls gekommen waren und die speziellen Nachfragen an der Kasse sind überproportional groß“, sagte Pressesprecher und zugleich Kurator der Sonderausstellung Diethelm Kranz im Gespräch mit der Redaktion. Die Powergirls, das sind Porträts von 29 Mädchen alle samt zehn Jahre alt, die in den vergangenen Monaten von verschiedenen internationalen Künstlern mithilfe von Fotovorlagen und Videositzungen porträtiert wurden. Entstanden sind dabei klassische Gemälde und Aquarelle, die seit dem 12. März – und nur noch bis zum 2. April – im Landesmuseum auf leuchtend gelbem und blauem Untergrund präsentiert werden.
Ostfriesische Powergirls
Initiator des Ganzen ist der niederländische Künstler Egbert Pijfers, der vor zehn Jahren den Künstlerpreises Prix de Norvège ausgelobt hatte. Anlässlich dieses Jubiläums „und weil er selbst Vater einer zehnjährigen Tochter ist“, wie Kranz sagte, hatte er die Ausstellung angeschoben. Die steht übrigens unter dem Titel Chancengleichheit. Im Begleitheft sind zudem Wünsche und Zitaten als Wahlsprüche der Mädchen nachzulesen, die ein „Schlaglicht auf das Befinden der aktuellen Generation über die Staatsgrenze hinweg werfen“, so Kranz. Erstmals zu sehen war die Schau zwar schon vor einem Jahr in den Niederlanden anlässlich des Weltfrauentags in Heerenveen – damals allerdings zunächst nur mit 16 Powergirls aus den Provinzen Groningen, Friesland und Drenthe. Dass in Emden deutlich mehr Porträts zu sehen sind, liegt auch am Engagement der beteiligten ostfriesischen Kommunen. Dort waren die Bürgermeister gebeten worden, Mädchen im Alter von zehn Jahren zu benennen, die bereit seien, für das internationale Projekt Modell zu stehen, sagte Kranz. Deshalb sind Porträts von Emderinnen ebenso zu sehen, wie Mädchen aus der Krummhörn, aus Hinte, Leer und Uplengen sowie von Norderney.
Keine Verlängerung
Doch obwohl die Ausstellung laut Kranz „überraschend viel Zugkraft entwickelt“ hat, wird sie nicht verlängert und endet bereits am Sonntag, 2. April. „Eine Verlängerung ist nicht möglich“, sagte er. Der Ausstellungsbereich wird benötigt, um die im Dezember eröffnete Ausstellung um das Unglück der Melanie Schulte zu ergänzen. Was genau geplant ist, dazu wollte Kranz nur so viel verraten: „Es wird etwas für die ganze Familie sein.“ Dass die Powergirls im Anschluss noch einmal gezeigt werden könnten, auch diese Möglichkeit schloss Kranz aus.
