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Nachhaltigkeit in Emden „MachBar“ sucht Tüftler und Reparateure – Angebot wird gut angenommen

Volle Regale im Keller der „MachBar“: Damit die gespendeten defekten Geräte ein zweites Leben bekommen, könnten Dr. Michael Schlaak und Heinz Hugen (v.l.) vom Reparatur-Team noch tüchtig Verstärkung gebrauchen.

Volle Regale im Keller der „MachBar“: Damit die gespendeten defekten Geräte ein zweites Leben bekommen, könnten Dr. Michael Schlaak und Heinz Hugen (v.l.) vom Reparatur-Team noch tüchtig Verstärkung gebrauchen.

Gaby Wolf

Emden - Ein Zentrum für Begegnung und Nachhaltigkeit im ehemaligen Ladenlokal Große Straße 34? Ob da wohl Leute reingehen? Tun sie! Und sie bringen jede Menge kaputter und aussortierter Dinge mit, die in der gemeinschaftlich organisierten „MachBar“ unter den Händen geschickter Menschen eine zweite Chance bekommen sollen.

Einladung zum Infotreffen

Seit dem Start des wöchentlichen Reparatur-Angebots füllt sich der Keller mit Wasserkochern, Stereoanlagen, Heckenscheren, Lampen und Bügeleisen, die zu gut zum Wegwerfen sind – wenn man sie denn wieder zum Laufen bringt. Dafür suchen Sabine Semken vom Verein „Das Boot“, der ehemalige Hochschulprofessor Dr. Michael Schlaak und Repair-Café-Veteran Heinz Hugen jetzt dringend weitere Leute mit Lust zum Reparieren und Tüfteln. Zu diesem Zweck laden sie für den 28. März zum Infotreffen ein.

„Derzeit haben wir einen Pool von fünf bis sechs Leuten“, sagt Semken. „Wir könnten aber gut die doppelte Anzahl gebrauchen“, ergänzt Schlaak. Ob Mann oder Frau, jung oder alt, egal welcher Herkunft: Gesucht werden Techniker, Elektriker, Elektroniker, Maschinenbauer. Hugen selbst kann zum Beispiel gut Röhrenradios reparieren. „Aber wir brauchen auch jemanden für Fahrräder, Handys, Tablets und Leute, die mit Holz oder Nadel und Faden umgehen können.“ Exoten (wie etwa Porzellan- und Puppendoktoren) sind genauso gefragt, wie Leute, denen das Tüfteln und Improvisieren liegt.

Reparaturtag in der „MachBar“ ist jeden Donnerstag ab 13 Uhr. Aber je nachdem, wie die Helfer Zeit haben, sind auch weitere Tage möglich. Platz ist im ehemaligen Haushaltswarengeschäft van Hoorn jedenfalls genug. Nun braucht es die Leute, die etwas für die Nachhaltigkeit tun wollen.

Dritte Chance

Ziel dabei ist, dem Wegwerfwahn zumindest lokal etwas entgegenzusetzen. In der MachBar geschieht das so: Alles, was vielleicht noch zu retten und gut tragbar ist (keine Waschmaschinen und ähnliches), kann zu den Öffnungszeiten abgegeben werden. Die Dinge werden registriert und ins Lager gebracht. Dort greifen die Reparateure zu. Ist das Teil wieder heil, bekommt der Besitzer Bescheid. Dinge, die dagegen als Spende abgegeben werden, landen repariert im Mitnahmeregal im „Laden“. Es wird keine Bezahlung verlangt. Das Ganze läuft auf freiwilliger Spendenbasis. Was trotzdem nicht weggeht, erhält noch eine dritte Chance. „Das kommt ins Soziale Kaufhaus“, sagt Hugen. „Oder wir benutzen die Dinge zum Ausschlachten für Ersatzteile“, ergänzt Schlaak.

Klönen und Schrauben

Ganz nebenbei fördert das Projekt aber auch das, was das Zentrum außerdem bezweckt: Begegnung. „Die freiwilligen Helfer und Reparateure kommen hierher, weil sie Kontakte wollen“, sagt Semken. Untereinander, aber auch mit den Leuten, die die Geräte bringen. „Da entwickeln sich immer nette Gespräche“, erzählt Hugen. Manche erkundigten sich, wie sie vielleicht selbst Hand anlegen könnten. Dann wird auch mal gemeinsam geschraubt.

Auf den Gedanken, darüber künftig Kinder und Jugendliche mit ins Boot zu holen, sind die Reparateure von der „MachBar“ bereits gekommen. Im Sommer ist eine Ferienpass-Aktion geplant.

Die Veranstaltung für interessierte Reparateure und Tüftler findet am Donnerstag, 28. März, um 17 Uhr in der „MachBar“ (Große Straße 34) statt. Für Informationen im Vorfeld: www.machbar-emden.de, info@machbar-emden.de oder 0171/3153683 (Schlaak). Auch wer eine Werkstatt mit Spezialwerkzeug aufzulösen hat, kann sich dort melden.

Wer die „MachBar“-Werkstatt bei der Anschaffung von weiterem Spezialgerät unterstützen will, kann das über das Online-Spendenportal WirWunder der Sparkasse Emden.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung
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