Emden - Der städtische Rettungsdienst und die Rettungsdienstsparte des Vereins für Rettungsdienst, Krankentransporte und soziale Hilfsdienste (RKsH) werden eins. Das haben Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) und RKsH-Geschäftsführer Holger Rodiek jetzt in einem Pressegespräch bekannt gegeben. Damit wird ein weiterer Schritt zur Neuaufstellung des Rettungsdienstes in der Stadt vollzogen – und das schon zum 1. April.
Wie berichtet, hatten Rat und Stadt Emden bereits kürzlich beschlossen, die seit 1986 bestehende Rettungsdienst DRK/Stadt Emden GbR zugunsten eines direkten Fachdienstes der Stadt aufzulösen. Während die Trennung vom DRK aber zunächst einmal nur vertragsrechtliche Gründe wegen Haftungsrisiken für Kommunen hat, liegt der wesentliche Grund für den Zusammenschluss mit dem RKsH zu einem gemeinsamen, städtischen Rettungsdienst vor allem im Fachkräftemangel.
Personalaustausch
„Früher war es ein Wettbewerb um Patienten, jetzt ist es längst einer ums Personal“, sagte Rodiek, der den Verein vor 37 Jahren gegründet hatte. Tatsächlich gebe es bereits seit längerer Zeit einen Personalaustausch „auf dem kurzen Dienstweg“. Heißt: Wenn beim Rettungsdienst Sanitäter fehlten, fährt einer vom RKsH auf dem städtischen Wagen mit oder umgekehrt, so Rodiek.
Sowohl Kruithoff als auch Stadtrat Volker Grendel bekräftigten diese Argumentation. Denn durch die umfangreiche Strukturveränderung entstünde ein größerer Personalstamm mit einer höheren Flexibilität in der Dienstplangestaltung. „Damit wird die Grundlage für eine zukunftsfähige Notfallversorgung für die Bevölkerung geschaffen.“
Die RKsH-Mitarbeiter aus dem Bereich Rettungsdienst bekommen in Kürze ein Beschäftigungsangebot von der Stadt Emden. Auch die Rettungswagen und die medizinische Ausstattung des RKsH sollen von der Stadt übernommen werden. Der Verein selbst wird sich allerdings nicht auflösen. Die Dienstleistungsbereiche Essen auf Rädern, Erste-Hilfe-Kurse, Hausnotrufdienst und Sanitätsdienste werden unter dem Vereinslogo RKsH fortgeführt.
Zweite neue Wache
Auch die seit Jahren andauernden Planungen zum Bau einer neuen Rettungswache werden nicht aufgegeben. Vor dem Hintergrund, dass die Versorgungsaufträge bis Oldersum ausgeweitet sind, erklärte Kruithoff das Gelände an der Petkumer Straße nochmals zum „idealen Standort“. Am Montag werde mit den Krankenkassen als Kostenträgern weiter über die Absicht, dort zu bauen, unter den neuen Gegebenheiten verhandelt. Mit dem Bau des Zentralklinikums in Uthwerdum werde zudem über eine zweite neue Rettungswache nachgedacht, der aktuelle Standort am Emder Klinikum damit infrage gestellt.
Wer allerdings den neuen, gemeinsamen Rettungsdienst führen wird, ist noch offen. Der aktuelle Leiter des Rettungs-Betriebes, Andree Heinks, wechselt auf Wunsch des Verwaltungsvorstandes zum Fachdienst Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz. Dort soll er als Experte im Bereich Katastrophenschutz neu hinzu gekommene Aufgaben übernehmen, was seit dem Kriegsgeschehen in der Ukraine eine höhere Bedeutung bekommen habe, so Grendel.
