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Schmuckstück im Hafen gefunden Pläne für einen historischen Kran in Emden nehmen Fahrt auf

Marten Klose
Soll aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden: der Kran am III. Hafeneinschnitt.

Soll aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden: der Kran am III. Hafeneinschnitt.

Susanne Baumtrock

Emden - Überraschende Neuigkeiten: Der Plan, für den Falderndelft einen Kran nach historischem Vorbild nachzubauen, ist vom Tisch. Dafür soll nun ein echter, schätzungsweise 100 Jahre alter Kran aufgestellt werden. Jedoch an völlig neuem Standort – am Roten Siel. Das geht aus einem Schreiben von Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hervor und wurde vom Stifter Renko Menke auf Anfrage bestätigt.

Noch mal kurz zur Erinnerung: Der 87 Jahre alte Renko Menke hatte v"or zwei Jahren angeboten, die drei Delftspucker-Skulpturen am Ratsdelft durch den Nachbau eines historischen Krans zu komplettieren. Dafür möchte er tief in sein privates Sparsäckel greifen und 40 000 Euro stiften. Eine Idee, von der die Stadt begeistert ist, jedoch vorschlug, den Nachbau als Touristen-Information an die geplante Flaniermeile am Falderndelft zu setzen. Davon ist man nun ab.

Mäzen Menke: Der 87-Jährige hofft auf Tempo. Bild: Marten Klose

Mäzen Menke: Der 87-Jährige hofft auf Tempo. Bild: Marten Klose

Original-Kran gefunden

„Ich war selbst davon überrascht, dass die Stadt einen Original-Kran aufgetan hat“, sagte Renko Menke. Das mit ordentlich Patina überzogene Hiev-Gerät hat der Maschinenbau-Meister bereits begutachtet und für gut befunden. Es steht derzeit noch am Kai des III. Hafeneinschnitts. „Der Kran ist sogar mit Handkurbel ausgestattet – wirklich toll“, freute sich Menke im Gespräch mit dieser Redaktion. Wie aus einem Schreiben des Oberbürgermeisters hervorgeht, sei der Verwaltungschef bereits „im Austausch mit dem Eigentümer des Krans“.

Menke wartet also auf den Startschuss, um den Kran bei der Riepster Schlosserei Jakobs restaurieren zu lassen. „Ich hoffe, dass er geschraubt und nicht genietet ist, das erleichtert die Zerlegung“, so der 87-Jährige. Vorgesehen ist außerdem ein Betonfundament, um das historische Schätzchen standsicher an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Brandenburger Straße aufstellen zu können. Das würde vom Bau- und Entsorgungsbetrieb erledigt, sodass noch in diesem Jahr Einweihung gefeiert werden kann. „Für mich geht dann eine aufreibende Zeit zu Ende“, sagte Menke.

Rotes Siel, Ecke Brandenburger Straße: Hier soll der Kran hin. Bild: Marten Klose

Rotes Siel, Ecke Brandenburger Straße: Hier soll der Kran hin. Bild: Marten Klose

Nerviges Hin und Her

Er machte keinen Hehl daraus, dass das Hin und Her mit der Stadtverwaltung Nerven gekostet habe. Und tatsächlich erinnert das Projekt ein wenig an eine Seifenoper mit Emotionen und Zwist. Menke fühlte sich dabei mitunter mehr als Statist denn als Stifter. Nach einer Krisen-Sitzung im Frühjahr vergangenen Jahres hatte es Ende Dezember ein weiteres gemeinsames Gespräch mit Oberbürgermeister Kruithoff und seinem Assistenten Dennis Igelmann gegeben. Im Januar – der Schriftwechsel liegt dieser Redaktion mittlerweile vor – kündigte Menke das Projekt dann auf und warf der Stadt recht deftig „lahmarschiges Verhalten“ vor. Daraufhin verfasste Kruithoff seinerseits einen Brief, listete das bereits Erledigte auf und notierte, Menkes Brief sei wohl „aus einer gewissen Emotionalität“ entstanden. Die Wogen waren geglättet und Menke versprach, sein „Herzensprojekt zu Ende“ zu bringen.

Dann vergangene Woche der Schock für Menke, als eine andere Zeitung aus seinen und Kruithoffs Briefen zitierte. Für Menke unverständlich: „Von mir hat niemand etwas bekommen.“ Bei der letzten Sitzung sei ihm von der Verwaltung schließlich eingebläut worden, bloß die Presse rauszuhalten. Menke: „Daran habe ich mich gehalten, wenn ich auch mehr für Offenheit bin.“ Erst, als der Schriftwechsel ohnehin schon durchgestochen worden war, habe er entschieden, sich als Stifter zu Wort zu melden. Nun hofft er, die Schreiben rasch zu den Akten legen zu können. Sein Fokus gilt dem Kran. Menke: „Nur darum geht’s mir.“

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