Emden - Einblicke in Aufgaben und Anforderungen des Arbeitslebens haben Zehntklässler des Max-Windmüller-Gymnasiums im Rahmen der Projektwoche „Wirtschaft zum Anfassen“ erlebt. Sie verbrachten eine Woche in regionalen Unternehmen wie Volkswagen, Enercon, Meyer Werft, Weets Logistik, Sparkasse Emden und Cordes & Graefe sowie in der Emder Stadtverwaltung. Neben Führungen durch die Betriebe konnten die Gymnasiasten immer wieder auch praktisch begreifen, was im Beruf gefordert wird – wie beispielsweise bei eigenen Schmiedearbeiten in der Meyer Werft.
Frühe berufliche Orientierung
Seit mehr als 20 Jahren bietet das Gymnasium über das Betriebspraktikum hinaus diese Einblicke in das Berufsleben – und dies bereits in der Sekundarstufe 1. Mittlerweile ist die Projektwoche „Wirtschaft zum Anfassen“ ein fester Bestandteil im Lehrplan des 10. Jahrgangs. So können die Schüler bereits ein Jahr vor dem dreiwöchigen Betriebspraktikum in der 11. Klasse frühzeitig Berufsfelder kennenlernen, die eventuell später für sie infrage kommen können. „Bewerbungstraining, Kompetenzanalyse, Praktikum, individuelle Beratung zu Berufs- und Studienangeboten in Kooperation mit der Agentur für Arbeit – das Max kümmert sich intensiv darum, seinen Schülerinnen und Schülern berufliche Orientierung zu bieten“, heißt es in einer Mitteilung. Damit begegnet die Schule auch dem Vorwurf, Gymnasien würden praxisfern arbeiten. „Bei allem, was wir tun, geht es darum, die Schülerinnen und Schüler bei dem für sie passenden Weg zu unterstützen“, heißt es weiter. Konkret bedeute dies, im täglichen Arbeiten die Studierfähigkeit vor Augen zu haben und gleichzeitig auch auf die attraktiven Angebote des dualen Ausbildungswesens aufmerksam zu machen. „Und um Letzteres zu erreichen, brauchen wir starke, tatkräftige Partner“, teilte Kai Gembler vom Max-Windmüller-Gymnasium mit.
Praxis weckt Interesse
„Wir nehmen als Schule auch wahr, dass der Fachkräftemangel in den Betrieben angekommen ist. Mittlerweile fragen Unternehmen sogar bei uns an, ob sie zukünftig bei dem Projekt mitmachen können. Das hat es noch vor einigen Jahren in dieser Form nicht gegeben“, hieß es weiter. Das Gymnasium freut sich über das Interesse von Unternehmen. Schließlich biete „Wirtschaft zum Anfassen“ Bildungschancen, die im Klassenzimmer so nicht erzielt werden können. „Erst wenn man den Hammer selbst in der Hand hat oder in großen Hallen eine eigene Logistikkette zusammenstellen muss, wird das Interesse – auch an der dualen Berufsausbildung – nachhaltig geweckt.“
