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Pflegeheim in Greetsiel Jetzt beschäftigt sich die Politik erneut mit den Seniorenhuus-Plänen

Mitte März stellte Gebäude-Eigentümer Gunnar Sander (von links) zusammen mit Architekt Jörg Krause, Bürgermeisterin Hilke Looden und Tourismus-Chef Benjamin Buserath die Umbaupläne der Presse vor.

Mitte März stellte Gebäude-Eigentümer Gunnar Sander (von links) zusammen mit Architekt Jörg Krause, Bürgermeisterin Hilke Looden und Tourismus-Chef Benjamin Buserath die Umbaupläne der Presse vor.

Jens Tammen

Krummhörn - Der geplante Umbau des ehemaligen Greetsieler Pflegeheims Seniorenhuus in Wohnungen, Appartments und ein Restaurant wird jetzt noch mal die Krummhörner Politik beschäftigen. Auf Antrag der fbl-Fraktion wird das Vorhaben ein eigener Tagesordnungspunkt im nächsten Infrastruktur- und Planungsausschuss. Dabei stehen Informationen zu den Plänen und mögliche Handlungsoptionen gegen den Umbau im Fokus, wie aus dem Antrag hervorgeht

Wie berichtet, will Miteigentümer Gunnar Sander aus dem leerstehenden Pflegeheim 22 Wohnungen, zwölf Appartments und eine Gastronomie mit 120 Sitzplätzen entwickeln. Vorher hatte Sander dort als Geschäftsführer der Sander Pflege das Altenheim betrieben. Das gibt es aber nicht mehr. Und statt Pflegeplätzen soll nun hochwertiger Wohnraum entstehen. Die Idee kommt in Greetsiel und weiten Teilen der Krummhörn aber überhaupt nicht gut an. Vielmehr wird gefordert, das Gebäude wieder als Pflegeheim zu betreiben.

Resolution und dann?

Der Ausschuss wird sich also in seiner Sitzung am nächsten Donnerstag (25. April, 18.30 Uhr, im Rathaus) mit der Debatte beschäftigen. Und das auch, weil eben der Gemeinderat in seiner Sitzung am 11. Dezember noch einstimmig eine Resolution verabschiedet hat, um die Umnutzung des Gebäudekomplexes zu verhindern und sich für den Erhalt der Pflegeplätze einzusetzen. Doch nach der Resolution wurde es still. So still, dass Teile der Politik erst aus der Zeitung von den Umbauplänen erfuhren, wie sie in einem Gespräch mit dieser Redaktion bekräftigten.

Im vergangenen September gingen Hunderte Menschen gegen die Umwandlung des Seniorenhuus (rechts im Hintergrund) in Ferienwohnungen auf die Straße.

UMBAU VON SENIORENHUUS GREETSIEL Aktionsbündnis schießt scharf gegen teure Wohnungen im einstigen Pflegeheim

Jens Tammen
Krummhörn

Aus den Reihen des Aktionsbündnisses gegen den Umbau, einem Zusammenschluss der Greetsieler Dorfgemeinschaft, kam schließlich der Gedanke auf, das Thema wieder in die Politik zu bringen. Schon bei einem Pressegespräch des Bündnisses betitelte fbl-Ratsherr Klaus Keller die Resolution als „geplatzte Seifenblase“. Neben Keller gehören auch die Ratsherren Frank Schoof (fbl), Alfred Jacobsen (SPD) und Helge Cornelis (Grüne) dem Bündnis an. Sie sind allesamt Greetsieler und gegen die Umnutzung des Pflegeheims.

So soll das ehemalige Seniorenhuus Greetsiel nach dem Umbau aussehen. 34 Wohneinheiten und eine Gastronomie finden in dem Gebäude Platz.

EHEMALIGES PFLEGEHEIM SENIORENHUUS Greetsieler wollen Umbaupläne nicht so hinnehmen

Jens Tammen
Krummhörn

Widerstand aus dem Dorf

Ratsherr Frank Schoof hat nun den Antrag gestellt, über das Thema aufzuklären. Unterstützt wird der Antrag auch von der SPD und den Grünen. „Mit den vor Kurzem veröffentlichten Planungen des Investors wird den artikulierten Interessen von Rat und Bevölkerung widersprochen. Deshalb sollen im Ausschuss mögliche Handlungsoptionen diskutiert werden“, schreibt der Greetsieler in seinem Antrag an die Verwaltung. Und neben der Umnutzung gibt es noch einen zweiten Punkt, der Fragen aufwirft. So sollen neben dem Gebäude in der Nähe zum historischen Steinhaus Parkplätze entstehen. Die fbl fordert nun Aufklärung darüber, wie das mit den Belangen des Denkmalschutzes vereinbar ist. Deshalb soll entweder die Gemeindeverwaltung oder aber der Landkreis Aurich darüber informieren, was dort überhaupt gestalterisch möglich ist.

Gunnar Sander selbst stellt übrigens klar, dass er die benachbarte Grundstücksfläche, auf der Parkplätze entstehen sollen, nicht, wie zunächst berichtet, von der Doornkaat-Stiftung gekauft hat, sondern von einem Projektentwickler aus Nordhorn. Und er ergänzt, dass die Doornkaat-Stiftung ebenfalls „einen Teil des Grundstücks vom gleichen Investor erworben hat“. Vor Jahren schon war geplant, auf der Fläche einen Wohnkomplex zu bauen. Daraus wurde aber nichts, weil die Belange des Denkmalschutzes das Vorhaben verzögerten.

Der Ausschuss tagt öffentlich am 25. April, um 18.30 Uhr, im Pewsumer Rathaus.

Jens Tammen
Jens Tammen Emder Zeitung (Stv. Leitung)
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