Emden - „Wer zu uns zieht, weiß, dass er bald sterben wird“, sagen Haus-Leiterin Uta Remmers und Pflegedienstleiterin Kathrin Theessen vom Emder Hospiz, das nach dem Motto arbeitet: „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben!“ In stationären Hospizen, wie der Emder Einrichtung, werden Sterbende bis zuletzt begleitet. Wer ins Hospiz kommt, ist Gast, kein Patient mehr. Denn eine Heilung ihrer Krankheit ist nicht mehr möglich. Nur noch Linderungen der Beschwerden durch palliativmedizinische Versorgung mit Medikamenten ist möglich. Dabei entstehen für die Hospizgäste keine Kosten – mit Ausnahme der üblichen Zuzahlungen für Medikamente und Hilfsmittel.
Unterstützung durch Förderverein
Die Kosten für einen Platz im Hospiz werden zu 95 Prozent von den Kranken- und Pflegekassen übernommen. Im Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung des Bundesministeriums für Gesundheit ist jedoch vorgesehen, dass fünf Prozent der Kosten von einem Verein durch Spenden beigetragen werden müssen, um der Idee der Hospizbewegung gerecht zu werden, die Versorgung Sterbender als Aufgabe aller Bürger zu verstehen. Und hier kommt der Förderverein „Hospiz Emden-Ostfriesland“ ins Spiel, der das Haus seit 2016 ideell und vor allem finanziell unterstützt. Fast 500 Mitglieder zählt er mittlerweile. Jedes Mitglied zahlt einen Jahresbeitrag von 60 Euro. „1000 Mitglieder ist das langfristige Ziel“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Jörg Rückels. „Damit hätten wir schon 60.000 Euro pro Jahr sicher.“ Der Verein ist neben der ideellen Unterstützung vor allem auch dafür zuständig, Spenden einzuwerben.
Großzügige Spender
„Das Haus hat einen sehr, sehr guten Namen“, weiß Jörg Rückels aus vielen Gesprächen und er und die anderen Vorstandsvertreter rennen deshalb bei vielen Unternehmen, bei denen sie vorstellig werden, offene Türen ein. „Dieser Umstand erleichtert uns die Arbeit ungemein!“ So sind in jüngster Zeit gleich vier nennenswerte Spenden auf das Konto des Vereins eingegangen: So überwies etwa Kerstin Heitmann, Inhaberin der Emder Löwen- sowie der Markt-Apotheke insgesamt 4448,44 Euro, die sie mit ihrem „Alt-Emden“-Kalender erlöst hat. Das Freizeitcenter in der Langobardenstraße veranstaltete vor Weihnachten ein Glücksrad-Nachmittag und sammelte so 1500 Euro. Und Timo Meeuw vom Edeka-Markt in der Geibelstraße spendete ein Lastenfahrrad im Wert von 3500 Euro. Und Jörg Rückels wusste außerdem noch von einer großzügigen Spende einer älteren Dame zu erzählen, die telefonisch angekündigt hatte, 5000 Euro in bar persönlich mit ihrem Rollator beim Hospiz vorbeibringen zu wollen. „Da habe ich das Geld vorsorglich dann doch lieber direkt bei der Dame abgeholt!“, sagt er, betont aber auch: „Menschen können nicht nur ihr Geld, sondern auch ihre Zeit spenden, zum Beispiel als Ehrenamtliche.“
