Emden - 400.000 Euro will die Stadt Emden in die Sanierung des Spielplatzes am Stephansplatz stecken. Fördergelder gibt es dafür nicht. Doch aus Sicht der Stadt ist eine „Aufwertung“ des beliebten Spielplatzes dringend geboten.
Das hat den FDP-Fraktionsvorsitzenden Erich Bolinius verwundert. „Das kommt aus heiterem Himmel und sollte nicht einmal in einem öffentlichen Ausschuss diskutiert werden“, sagte er auf Anfrage dieser Redaktion. Deshalb bat er darum, das Thema im Stadtentwicklungsausschuss am kommenden Freitag zu diskutieren. „Über solche Dinge muss man doch auch in den Fraktionen reden“, führte der Liberale aus. Vor dem Hintergrund, dass die Stadt Emden kaum noch finanziellen Spielraum hat und alle Investitionen mit Krediten finanziert werden müssen, ist eine bisher nicht öffentlich diskutierte neue Ausgabe von 400.000 Euro verwunderlich.
Thema Sparen
In allen Ausschüssen ist das Thema Sparen und weniger Ausgaben seit Monaten dominant. Durch wegfallende Fördergelder wird die Situation weiter dramatisch. Fraktionen setzen sich zusammen und versuchen, Sparpotenziale zu finden. Bolinius: „Da geht es um viel niedrigere Summen. Es heißt ja nicht, dass wir das nicht wollen, aber wir müssen doch schauen, was bezahlbar ist.“
In der Begründung der Stadt für die Sanierung heißt es: „Um den Standort zukunftsfähig zu gestalten, bedarf es einer nachhaltigen Aufwertung beziehungsweise Modernisierung um den heutigen Ansprüchen an Familienfreundlichkeit, Inklusion und Teilhabe gerecht zu werden.“ Vor allem die Bereiche Inklusion und Teilhabe spielten eine „sehr große“ Rolle.
Burgplatz Vorbild
Ein zeitgemäßer Spielplatz müsse die kindliche Neugier wecken, Kreativität und Eigeninitiative fördern, die Bewegungsentwicklung begünstigen, so die Stadt. Da sei aktuell ein großer Mangel festzustellen. Als positives Beispiel eines modernen und barrierearmen Kinderspielplatzes wird der gerade eröffnete Spielplatz auf dem Burgplatz genannt. Der Stephansplatz solle in ähnlicher Weise modernisiert werden. Außerdem sollen dort nicht nur Spielgeräte für Kinder entstehen, möglich wären auch weitere Angebote für Jugendliche oder Ältere. Weil der Stephansplatz so intensiv genutzt wird, müssten außerdem Spielgeräte zum Teil ausgetauscht und saniert werden.
