Emden - Für den Bürgerverein Port Arthur/Transvaal war das, was Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) am Freitagnachmittag bei der Eröffnung der Hobbyausstellung im Stadtteil ankündigte, schon so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: An die schon länger auf dem Wunschzettel stehende Sanierung der Pumpstation Transvaal soll im nächsten Jahr ein Häkchen dran. Und das ziemlich fix.
Das Gebäude der Pumpstation Transvaal wurde 1913/1914 errichtet.
Bis 1978 befand sich im Haus ein Pumpwerk. Dieses leitete mit gas- und dieselbetriebenen Motoren die aus dem Behördenviertel kommenden Abwässer nach der Klärung weiter. Die Motoren standen im heutigen Veranstaltungssaal.
Außer Betrieb gesetzt wurde das Pumpwerk mit der Modernisierung der Kanalisation und der Einweihung des Klärwerkes in Larrelt Ende der 70er Jahre.
Im Anschluss erfolgte ein Umbau, der bisher einzige in diesem Umfang. Seitdem nutzt der Bürgerverein Port Arthur/Transvaal die Pumpstation als Dorfgemeinschaftshaus. Sie gilt heute als sozialer Mittelpunkt des Stadtteils.
Umbau bis April
„Der Baustart für den Umbau an der Pumpstation ist für Januar 2024 vorgesehen“, teilte Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Anfrage unserer Redaktion mit. Mit dem Bürgerverein sei eine Fertigstellung bis April 2024 abgestimmt – wenn sich denn vom Bauablauf her alles reibungslos gestaltet. Die geschätzten Baukosten für die technische Ertüchtigung des Saales, die Erweiterung der Küche und weitere Umbauten liegen demnach aktuell bei rund 540.000 Euro inklusive Städtebauförderung und Eigenanteil der Stadt Emden.
Der Auftrag für den ersten Aufschlag – die Elektroarbeiten – ist seit diesem Montag öffentlich ausgeschrieben. Die Frist für die Abgabe der Angebote endet bereits am 14. Dezember.
Auch hier soll umgebaut und modernisiert werden: der Anbau mit den ehemaligen Umkleiden des FC Frisia Richtung Parkplatz. Bild: privat
„Die Saalbeleuchtung muss erneuert werden, auch die elektrische Anlage im Flur ist veraltet und muss überholt und an eine andere Stelle gesetzt werden“, sagte Bürgervereinsvorsitzender Oliver van Grieken auf Anfrage. Darüber hinaus benötigt der Parkettboden im Saal eine gründliche Auffrischungskur. Die Küche der als Dorfgemeinschaftshaus genutzten Pumpstation soll umgebaut und vergrößert werden. Dazu wird räumlich einiges umsortiert, vorhandene Wände weggenommen und eine neue Mauer gesetzt. In diesem Zusammenhang werden auch die Nassräume, sprich: die ehemaligen Umkleiden des Fußballvereins FC Frisia, entkernt und zu einem neuen Gruppenraum zusammengelegt.
Damit künftig mehr Energie gespart werden kann, stehen außerdem Türen und Fenster auf der Liste. Laut van Grieken ist vor allem die zweiteilige Eingangstür ein energetischer Sanierungsfall. „Die besteht aus einer Gittertür mit einer Stahltür dahinter, ohne Dichtung.“ Der Anbau zum Hof mit den Parkplätzen soll neben Terrassen-Elementen „vernünftige Fenster“ erhalten, die mehr Licht hineinlassen als die schmalen Oberlichter der Ex-Umkleide. Und auch die Heizungsanlage genügt nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Wünsche im Rahmen
Der Bürgerverein habe in der letzten Woche bei einem Gespräch mit dem OB und Vertretern des Gebäudemanagements der Stadt das Signal bekommen, dass alle Wünsche des Vereins innerhalb des kalkulierten Kostenrahmens vonstattengehen können, freute sich van Grieken. Jetzt muss es nur noch mit dem Zeitrahmen klappen. „Uns wurde gesagt, dass das Ganze bis Ende März, Anfang April fertig sein könnte“, gab der Vorsitzende an. Das würde in die Planungen des Vereins passen. „Wir müssen die Räume ab Mai wieder normal nutzen können, dann stehen einige Veranstaltungen an – eigene, aber auch Fremdnutzungen.“
