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Serie „Damals in Emden“ Schutt, Seebär, Stephansplatz

Marten Klose
Stephansplatz in Farbe: Familientreffen in den 1950ern. Hinten der glänzende Wetter-Schwan der Martin-Luther-Kirche.

Stephansplatz in Farbe: Familientreffen in den 1950ern. Hinten der glänzende Wetter-Schwan der Martin-Luther-Kirche.

Album Wendt

Emden - Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan – eine etwas abgedroschene Redewendung, aber sie passt eigentlich gut zur Verwandlung, die der Stephansplatz innerhalb weniger Jahre genommen hat. Emden 1945: Die Stadt liegt in Trümmern und die Stadtväter halten es für eine gute Idee, einen Teil der gewaltigen Schuttberge ins Osterpiepentief und den Brauersgraben zu schütten. Emden – Venedig des Nordens, das spielt in der Nachkriegszeit keine Rolle mehr. Die Not ist groß, der Schutt muss weg. Das Mädchen, das in den frühen 1950ern eine Runde in der Stephanstraße dreht, weiß damals vermutlich nicht einmal, dass wenige Meter von ihr entfernt früher Wasser floss.

<p>                Mit Karacho: Junge Dame auf dem Rad. Hinten die Blocks vom Brauersgraben. Bild: privat             </p>

Mit Karacho: Junge Dame auf dem Rad. Hinten die Blocks vom Brauersgraben. Bild: privat

Eine gewaltige Aufbauleistung

Die Häuser im Hintergrund sind 1952/53 durch die Aufbaugemeinschaft Rathausviertel entstanden. 105 Wohnungen und sieben Läden – eine gewaltige Aufbauleistung, an die heute noch ein Gedenkstein über einer Haustür erinnert. Es zeigt das Antlitz des „Alten Seebären“, ein Bild von Harry Haerendel (1886-1991). Das Motiv, das auch als „Fiskargubben“ bekannt ist, hat fast schon ikonografische Bedeutung und hängt damals in teilweise verkitschter Form in deutschen Wohnzimmern. Klar, man kennt den alten Seebären aus Omas Wohnzimmer.

<p>                Alter Seebär über der Tür: Gedenkstein am Brauersgraben. Bild: Marten Klose             </p>

Alter Seebär über der Tür: Gedenkstein am Brauersgraben. Bild: Marten Klose

Geschichte ist selten schwarz-weiß

Während also die Häuser Anfang der 1950er schon stehen, fehlt noch die Verwandlung der zugeschütteten Wasserläufe in eine Parkanlage. Am 22. April 1956 ist dann alles fertig und Oberbürgermeister Hans Susemihl eröffnet feierlich den Stephansplatz. Richtig schön geworden, wie der Schnappschuss von 1957 beweist, der den lütten Hans-Gerd Wendt, seine Tante Ida und den kleinen Bruder Werner zeigt, der stürmisch auf den Fotografen zugeht. Kleiner Treppenwitz der Geschichte: Die damals noch recht seltene Farbaufnahme wurde in Apolda in der DDR entwickelt, auf gutem Agfacolor-Papier. Während im westdeutschen Wirtschaftswunderland noch meist schwarz-weiß entwickelt wurde, nutzten die Menschen im Arbeiter- und Bauernparadies bereits hochwertige Farbfilme. Sieht so Mangelwirtschaft aus? Geschichte ist eben selten schwarz-weiß.

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